24.8.2026
Warme Sommerabende, ein weiter Blick über die Dächer Berlins, dazwischen Klangstationen inmitten farbgewaltiger Street Art: Vier Abende lang wurde der Teufelsberg vom 9. bis 12. August zum Konzertsaal ohne Wände. Das Stegreif Orchester spielte dort sein Projekt „Sky concert“ – ohne Noten, ohne Dirigentin oder Dirigenten, ohne feste Bühne. Zwischen den ikonischen Kuppeln der ehemaligen Abhörstation entstand ein Konzertparcours aus Musik, Improvisation und Architektur.
Statt im Sitzen zu lauschen, bewegte sich auch das Publikum durch die alte Abhörstation und durchstreifte vier Klangstationen, die die Geschichte des Berges freilegten – von seinem Fundament aus Kriegstrümmern über seine geheime Rolle im Kalten Krieg bis zu seinem heutigen Zustand als Ort der Zeitgeschichte und urbaner Kunst.
Im Beatgarten wurde Domeniconis Gitarrensuite „Koyunbaba“ zur Sound- und Videoinstallation. Im historischen Verbrennerraum, wo einst abgehörte Worte vernichtet wurden, verwandelte „Ash Vectors“ die Ruine in ein archaisches Sprachmodell. In der Galerie erklangen Strauss’ „Metamorphosen“, in der Terrassenkuppel Ligetis unter Zensur entstandene „Sechs Bagatellen“. Den Abschluss bildete „feel:free“ in der Kantine.
Die Räume dafür entwickelten Studierende des Studiengangs Bühnenbild_Szenischer Raum_ der TU Berlin unter der Leitung von Franziska Ritter; sie nutzten die Ruine nicht als Hintergrund, sondern als Material mit Wegen, Sichtachsen und Resonanzen.
Zum besonderen Schlusspunkt, der Sonnenfinsternis am 12. August, stand ein Chor auf dem Dach der Radarkuppeln und sang, während sich das Licht über der Stadt veränderte.
Die Aventis Foundation fördert das Projekt im Rahmen der Förderreihe „Klang“.
Stegreif @ Teufelsberg
Stegreif e. V.
Berlin