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Stiftung

Neue Wege stärken

© Helmut Fricke

1.9.2026

Ein Blick zurück – und vor allem nach vorn: Anlässlich des 30-jährigen Jubiläums der Aventis Foundation gibt der Kuratoriumsvorsitzende Prof. Dr. Günther Wess Einblicke in die künftige Ausrichtung der Stiftung. Er spricht über die Schwerpunkte in Kultur und Wissenschaft, das Zusammenspiel von Exzellenz und Experimentierfreude sowie die Bedeutung der regionalen Verwurzelung.

Herr Professor Wess, wenn Sie auf die nächsten zehn Jahre der Aventis Foundation schauen: Welche inhaltlichen Schwerpunkte möchten Sie in den Bereichen Kultur und Wissenschaft besonders stärken?“

Wenn ich auf die nächsten zehn Jahre blicke, möchte ich unser Profil als Förderstiftung für Exzellenz und Nachwuchs weiter schärfen. Die Aventis Foundation wurde 1996 durch die Hoechst AG in Frankfurt am Main aus der gesellschaftlichen Verantwortung des Unternehmens heraus als Kulturstiftung gegründet. Der Begriff „Kultur“ wurde dabei sehr breit gefasst. Unter Kultur wurde nicht nur Musik und bildende Künste verstanden, sondern gleichbedeutend u. a. auch naturwissenschaftliche und geisteswissenschaftliche Projekte. Weiterhin wurden auch soziale und karitative Zwecke bis hin zu Projekten des Denkmalschutzes eingeschlossen. Im heutigen Sprachgebrauch wird der Stiftungszweck mit Förderung von Kultur und Wissenschaft angegeben.

An der Ausrichtung wird sich zukünftig nichts Wesentliches ändern. Je nach Antragslage können sich aber Schwerpunkte und Projektgrößen verschieben. In allen Bereichen ist „Exzellenz“ eine Förderbedingung. Ein wichtiges Anliegen ist uns die Förderung des Nachwuchses. Wir möchten Neues ermöglichen und innovative Projekte anstoßen.

„Sie betonen häufig Exzellenz, Experimentierfreude und die Bereitschaft, neue Wege zu gehen: Was heißt das ganz konkret für zukünftige Förderentscheidungen – zum Beispiel bei der Frage, ob Sie eher langfristige Partnerschaften ausbauen oder gezielt neue, herausfordernde und noch wenig erprobte Pilotprojekte ermöglichen wollen?“

Wir wollen nur fördern, was künstlerisch oder wissenschaftlich wirklich herausragend ist. Zugleich begrüßen wir, wenn der Mut besteht, etwas auszuprobieren und neue Konzepte beispielsweise in Pilotprojekten zu testen. Wir unterstützen bewährte Partnerschaften dabei, sich in diese Richtung weiterzuentwickeln. Diese Partnerschaften verstehen wir ausdrücklich auch als Vertrauensräume unter verlässlichen Rahmenbedingungen. In diesem Zusammenhang sei besonders auf die zunehmende Bedeutung von Bildung und Nachwuchsförderung hingewiesen.

„Wie soll sich die Aventis Foundation Ihrer Meinung nach in den kommenden Jahren im Konzert der deutschen Stiftungen positionieren – gerade im Spannungsfeld zwischen regionaler Verwurzelung und überregionaler Sichtbarkeit?“

Die Aventis Foundation hat ihre Wurzeln in der Rhein-Main-Region. Gleichzeitig setzen wir aber auch Schwerpunkte in anderen Regionen, wie Berlin oder Leipzig. Als private Förderstiftung erheben wir den Anspruch, auch deutschlandweit Impulse zu geben. Wir konzentrieren uns auf die interessantesten Projekte mit exzellenter Qualität.

Vielen Dank für das Interview!