Kulturförderung – kulturMut

Nah im Fremden

© Heike Antoci

5.8.2026

Wenn in Leipzig jüdische Kantorin, alevitische Sängerin, ukrainischer Geiger oder irakischer Kniegeiger jeweils gemeinsam mit dem Ensemble Wirbeley auf der Bühne stehen, entsteht ein besonderer Konzertraum. Mit „Erkenne Dich selbst im Fremden: Leipziger Konzerte 2026“ plant das Ensemble Wirbeley von August bis Oktober vier interkulturelle Begegnungskonzerte in Leipzig.

Im Zentrum steht eine einfache Idee: Musik als Anlass, Fremdes als Einladung zu begreifen und darüber auch sich selbst neu zu erleben. Das Ensemble Wirbeley musiziert mit der jüdischen Chasan Jalda Rebling, der alevitisch‑kurdischen Sängerin und Tenbûrspielerin Lale Koçgün, dem ukrainisch‑jüdischen Geiger Alexander Bersutsky und dem irakischen Kniegeiger Bassem Hawar. In jedem der vier Konzerte trifft das Ensemble auf eine dieser Persönlichkeiten. Sie sind als dialogische Begegnungen angelegt: In zwei bis drei Probentagen vor dem Auftritt erzählen die Musikerinnen und Musiker und ihr jeweiliger Gast einander ihre Geschichten, hören in die Musik der anderen hinein, probieren gemeinsam aus und bringen ihre Herzensstücke und Themen ein, so dass in eigenständigen Kompositionen und Arrangements ein neues Musikprogramm entsteht.

Zu jedem Konzert gibt es eine Rahmengeschichte, zum Beispiel eine musikalische Reise zwischen Elbe und Euphrat, in der einzelne Musikstücke wie Haltepunkte wirken. „Uns ist wichtig, dass diese Begegnungen authentisch bleiben, nicht perfekt“, sagt Michael Sapp vom Ensemble Wirbeley. „Vieles entsteht erst am Konzertabend – im Prozess der Annäherung hört man, wie gut diese mit Musik gelingen kann.“ Auch das Publikum wird aktiv einbezogen, etwa durch Mitsingen oder gemeinsame Klangbilder.

Das Projekt richtet sich an Menschen aller Altersgruppen und Weltanschauungen. Ziel ist, in Zeiten gesellschaftlicher Spannungen Räume zu schaffen, in denen Begegnung, Zuhören und Neugier wichtiger werden als Abgrenzung – und kulturelle Vielfalt als gemeinsame Erfahrung erlebbar wird. Die Unterstützung der Crowd ermöglicht auskömmliche Honorare, Reise- und Unterkunftskosten, Proben, Öffentlichkeitsarbeit sowie möglichst niedrige Eintrittspreise. Die Kampagne sammelte 6.657 Euro ein; darin enthalten 2.820 Euro aus dem Matchfunding-Topf.

„kulturMut“ ist eine Initiative der Aventis Foundation in Kooperation mit Startnext. Gemeinsam verbinden wir Crowdfunding mit Stiftungsförderung und unterstützen Kulturschaffende in der Region Leipzig dabei, ihre Projekte sichtbar zu machen und erfolgreich zu finanzieren.

Projekt

Erkenne Dich selbst im Fremden: Leipziger Konzerte 2026

Förderpartner/in

Erkenne Dich selbst im Fremden e. V.

Kategorie

Musik