6.5.2026
Elegant wirkte er, der holzgetäfelte Mendelssohn-Saal der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg: Kronleuchter, Wandspiegel, ein schmiedeeisernes Tor zum begrünten Innenhof. Vom 10. bis 12. April 2026 wurde dieser historische Raum zur Bühne für den „Wettbewerb der Leihverlängerer“ der Deutschen Stiftung Musikleben. 48 Stipendiatinnen und Stipendiaten aus ganz Deutschland, die bei einem der jährlich stattfindenden Wettbewerbe des Deutschen Musikinstrumentenfonds ein wertvolles Streichinstrument aus dem Fonds leihweise erhalten hatten, spielten in Hamburg vor, um die Leihfrist „ihrer“ Geige, „ihrer“ Bratsche oder „ihres“ Cellos zu verlängern.
Unter ihnen war auch die Berliner Cellistin Anouchka Hack, die seit 2018 „ihr“ Violoncello von Bartolomeo Tassini, Venedig, um 1769, spielte und in ihm ihre „musikalische Stimme“ gefunden hat. Nun trat sie zum letzten Mal für eine Verlängerung der Leihfrist an; mit 30 Jahren wird sie das Instrument an die Stiftung zurückgeben.
Über die Verlängerungen entschied eine Jury mit Krzysztof Węgrzyn, Prof. em. Barbara Westphal und Prof. Jens Peter Maintz. „Wer sein Instrument über einen längeren Zeitraum spielen möchte, muss regelmäßig vorspielen“, erklärte Bettina Bermbach, Geschäftsführerin der Deutschen Stiftung Musikleben. So blieb das musikalische Niveau gesichert, zugleich begleitete die Stiftung jede und jeden „ganz individuell auf seinem Weg in eine professionelle Musikkarriere“.
Ein besonderer Moment am Wochenende war das Konzert „Nachspielzeit“ in der JazzHall, bei dem sechs Stipendiatinnen und Stipendiaten ihre Wettbewerbsprogramme vor rund 120 Gästen präsentierten.
Die Aventis Foundation fördert den Wettbewerb im Rahmen ihres Förderbereichs „Ausgewählte Kulturprojekte“.
Wettbewerb der Leihverlängerer
Deutsche Stiftung Musikleben
Hamburg