Wissenschaftsförderung – Life Sciences Bridge Award

Rückenwind für Forschung

© Uwe Dettmar

30.4.2026

Bis Ende April läuft noch die Bewerbungsfrist für den „Life Sciences Bridge Award“, den höchstdotierten deutschen Nachwuchspreis in den Lebenswissenschaften. Das Laborjournal sprach aus diesem Anlass mit der letztjährigen Preisträgerin, der Virologin Dr. Frauke Mücksch vom Universitätsklinikum Heidelberg, die mit ihrer Forschungsgruppe nach einem möglichen Heilungsansatz für HIV sucht.

Ganz aktuell wurde sie zudem in Clausthal-Zellerfeld mit dem Robert-Koch-Förderpreis ausgezeichnet und in das Goldene Buch der Stadt eingetragen. Der seit 1980 von der Geburtsstadt Robert Kochs vergebene Preis würdigt besondere Beiträge zur Infektionsbiologie.

Wir veröffentlichen im Folgenden eine gekürzte Fassung des Interviews, das am 23. April im Laborjournal erschienen ist.

In welchem Stadium Ihrer Karriere haben Sie das Preisgeld im letzten Jahr erhalten?

Mücksch: Als Juniorgruppenleiterin, also in einer frühen Phase meiner wissenschaftlichen Unabhängigkeit – ca. drei Jahre nach dem Start meiner eigenen Forschungsgruppe.

Wie hat Ihnen der Life Sciences Bridge Award weitergeholfen?

Mücksch: Der Award hat mir Sichtbarkeit und Rückenwind gegeben. In einem kompetitiven Feld wie der HIV-Forschung ist es sehr wertvoll, wenn die eigene Arbeit früh externe Anerkennung erfährt. Gleichzeitig unterstützt er ganz konkret beim weiteren Aufbau der Arbeitsgruppe und schafft zusätzlichen Freiraum, eigene Ideen umzusetzen. Ich bin der Aventis Foundation deshalb sehr dankbar für diesen großartigen Award.

Wie haben oder werden Sie das Preisgeld einsetzen?

Mücksch: Wir setzen das Preisgeld für unsere Forschung zum Thema HIV-Latenz, Persistenz und Reaktivierung ein. Konkret geht es im Projekt darum, besser zu verstehen, warum sich HIV in bestimmten Zellen dauerhaft verstecken kann. Dafür entwickeln wir Systeme, mit denen wir das Virus gezielt an ganz bestimmten Stellen im Genom platzieren und dann untersuchen können, wie sich das auf seine Aktivität auswirkt. Das Preisgeld gibt uns die Freiheit, neue Ideen schnell auszuprobieren, die noch zu experimentell für große Förderprogramme sind – und genau da entstehen ja oft die spannendsten Durchbrüche.

Vielen Dank und weiterhin viel Erfolg!