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Stiftung

Kultur, Wissenschaft und KI im Wandel

© Uwe Dettmar

21.8.2026

Als Geschäftsführende Vorständin der Aventis Foundation prägt Ulrike Hattendorff maßgeblich das Profil der Stiftung an der Schnittstelle von Kultur, Wissenschaft und Gesellschaft. Anlässlich des 30-jährigen Jubiläums und der Jubiläumsförderungen – dem Städel KI-Festival „Imagining Futures in Noisy Times“ und der Ausstellung „The World Through AI“ in der Schirn Kunsthalle Frankfurt – haben wir mit ihr darüber gesprochen, wie die Stiftung Exzellenz und Nachwuchs fördert, digitale und KI-bezogene Projekte strategisch einbindet und Kulturinstitutionen in Transformationsprozessen stärkt.

Frau Hattendorff, wie würden Sie die Aventis Foundation heute beschreiben? Was macht ihr Profil als fördernde Stiftung in Kultur und Wissenschaft aus – und woran lässt sich das in den aktuellen Förderprojekten ablesen?

Die Aventis Foundation versteht sich heute als Partnerin dort, wo Kultur, Wissenschaft und Gesellschaft sich berühren mit dem Fokus auf Exzellenz und Nachwuchs. Wir fördern Projekte, die Neues wagen, unterschiedliche Perspektiven zusammenbringen und möglichst vielen Menschen Teilhabe an kulturellem Erleben ermöglichen. Dahinter steht die feste Überzeugung, dass gemeinsames analoges Erleben, der Austausch und das Miteinander Brücken in unserer Gesellschaft bauen.

In unseren aktuellen Fördervorhaben zeigt sich das etwa in experimentellen Formaten und in Programmen, die künstlerische Exzellenz mit gesellschaftlicher Relevanz und Verantwortung verbinden.

Zum 30-jährigen Jubiläum unterstützt die Aventis Foundation keinen klassischen Festakt, sondern zwei Projekte an zentralen Kulturorten: das KI-Festival des Städel Museum und die KI-Ausstellung der Schirn Kunsthalle Frankfurt. Was war Ihnen bei dieser Entscheidung wichtig – und was sagt diese Doppel-Förderung über die Rolle digitaler und KI-bezogener Kunst- und Kulturprojekte für Ihre Arbeit aus?

Uns war wichtig, zum Jubiläum nicht uns zu feiern, sondern nach außen zu wirken gerade jetzt in diesen Zeiten voller Umbrüche und Herausforderungen – und zwar an Orten, an denen viele Menschen, insbesondere am Sitz der Stiftung in Frankfurt, mit Kunst und neuen Fragestellungen in Kontakt kommen.

Mit der Doppel-Förderung des KI-Festivals „Imagining Futures in Noisy Times“ und der KI-Kunstausstellung „The World Through AI“ setzen wir ein Zeichen dafür, dass digitale Vermittlung und KI-bezogene Kunstprojekte für uns Zukunftsthemen sind. Sie sind für die Auseinandersetzung mit Gegenwart und Zukunft zentral und bieten noch lange nicht ausgeschöpfte Möglichkeiten der Vernetzung und Vermittlung von Kultur, die es zu heben gilt.

Sie zeigen, wie Kultur und Kunst helfen können, technologische Entwicklungen zu reflektieren, erfahrbar zu machen und kritisch wie neugierig zu befragen. Gleichzeitig können sie mit technischen Möglichkeiten Brücken bauen — über verschiedenste Kenntnisstände, persönliche Möglichkeiten und Sprachen hinweg — und am Ende zu einem analogen, begeisternden Kulturerlebnis beitragen.

Die letzten Jahre waren geprägt von gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Unsicherheiten sowie tiefgreifenden Umbrüchen. Wie prägen diese Erfahrungen – und die Zusammenarbeit mit Partnerinnen und Partnern – Ihre Überlegungen dazu, wie sich die Förderung der Stiftung in den kommenden Jahren weiterentwickeln soll?

Die Erfahrungen der letzten Jahre haben uns noch einmal deutlich vor Augen geführt, wie wichtig es ist, seinen Fokus in der Förderung zu finden. Für uns ist es zunehmend ein wichtiger Teil unserer Förderung, Kulturinstitutionen wie auch Kulturschaffende in Transformations- und Neuausrichtungsprozessen zu begleiten und zu stärken sowie sie in ihrer weiteren Arbeit zu befähigen. Bewusst verstehen wir uns deshalb als Förderstiftung und fragen uns heute, wie Projekte nicht nur Einzelereignisse bleiben, sondern Strukturen, Kompetenzen und Netzwerke stärken.

Gemeinsam mit unseren Partnerinnen und Partnern wollen wir die Förderung der Aventis Foundation so weiterentwickeln, dass sie flexibler auf Umbrüche reagieren kann, interdisziplinäre Ansätze stärkt. Gleichzeitig geht es uns darum, Räume zu eröffnen, in denen Kunst und Wissenschaft zu einem konstruktiven gesellschaftlichen Dialog und Miteinander beitragen. Dafür braucht es starke Institutionen in unseren Förderbereichen — und diese wollen wir stärken.

Vielen Dank für das Interview!