1.7.2026
Beim Leipziger Bachfest im Juni zeigte das Projekt „Virtuelle Nikolaikirche“ den Kirchenraum so, wie Johann Sebastian Bach ihn zwischen 1723 und 1750 erlebt hatte – als Konzertinstallation zu Sätzen aus seiner G-Dur-Messe. Im Zentrum stand eine KI-gestützte Rekonstruktion des Innenraums aus der Bachzeit, die den historischen Kirchenraum eindrucksvoll ins Heute holte. Modellfiguren von Thomanerchor und Instrumentalistinnen und Instrumentalisten erschienen in historischer Bekleidung und mit Originalinstrumenten. So wurden die Aufführungssituationen von Johannes-Passion, Weihnachts-Oratorium und zahlreichen Kantaten sichtbar.
„Mit dieser Visualisierung können wir erstmals die reellen Aufführungsbedingungen Bachs nachvollziehen und die Nikolaikirche mit den Augen damaliger Gottesdienstbesucher zu Bachs Musik erleben, die hier erklungen ist“, erklärte der Dirigent und Bach-Forscher Alexander Grychtolik, der das Projekt initiiert hat und mit der Firma ARTE4D und in Kooperation mit den Architekturhistorikern Prof. Dr. Paul Zalewski und Dr. Tobias Knobelsdorf realisiert hat.
Die Konzertinstallation verband digitale Technik mit Musikforschung und Architekturgeschichte und machte den historischen Aufführungsraum der Nikolaikirche anschaulich. Die Besuchenden tauchten in ein virtuelles Gesamtbild ein und erlebten Bachs Musik dort, wo sie einst erklungen war – nun jedoch in einer digitalen Rekonstruktion ihrer Entstehungszeit.
Die Aventis Foundation fördert dieses Projekt im Rahmen der Förderreihe „Digitale Experimente“.
Virtuelle Nikolaikirche zur Zeit J. S. Bachs
Privates Institut für mediale und kulturelle Vielfalt e. V.
Leipzig