Kulturförderung – Klang

Musikalisches Erinnern

© Grit Hartung

30.9.2026

„Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir“ – mit diesem Psalm, dessen lateinischer Beginn „De profundis“ zum Sinnbild des Schreis aus dem Innersten der Seele wurde, spannte das Gewandhaus zu Leipzig den Rahmen für einen besonderen Konzertabend.

Im Fokus stand Hans Gáls Kantate „De profundis“ op. 50, aufgeführt vom GewandhausChor, dem Jugendchor des Clara-Wieck-Gymnasiums Zwickau, den Solistinnen und Solisten sowie der Robert Schumann Philharmonie Chemnitz unter der Leitung von GewandhausChor-Leiter Gregor Meyer. Das Projekt fand im Rahmen von „Tacheles – Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen 2026“ statt.

Der österreichische Komponist jüdischer Herkunft schrieb die Kantate 1936/37, als sich über Wien bereits der Schatten des Nationalsozialismus ausbreitete. Das Werk erzählt von Vergänglichkeit, Schmerz und Hoffnung und erhielt durch seine historische Entstehungsgeschichte eine besondere Bedeutung.

Ein bewegender Moment war die Anwesenheit der 82‑jährigen Tochter des Komponisten, Eva Fox‑Gál. Sie teilte persönliche Erinnerungen an ihren Vater und berichtete von Verfolgung, Flucht sowie vom Leben im Exil. So erhielten Mitwirkende und Publikum einen unmittelbaren Zugang zur Biografie des Komponisten und zur Geschichte hinter seiner Musik.

Besonders eindrucksvoll war das gemeinsame Musizieren der erfahrenen Chorsängerinnen und Chorsänger mit den jungen Stimmen aus Zwickau. Der Austausch zwischen den Generationen machte die Aufführung zu einem Zeichen gelebter musikalischer Verbindung, Erinnerungskultur und kultureller Weitergabe.

Die Aventis Foundation fördert das Projekt im Rahmen der Förderreihe „Klang“.

Projekt

GewandhausChor: „De Profundis“

Förderpartner/in

Gewandhaus zu Leipzig

Ort

Leipzig

© Grit Hartung
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