Schauspiel Frankfurt

Neun Frankfurter Leben

Schauspiel Frankfurt

Wieder standen drei Leben aus Frankfurt im Mittelpunkt der Serie „Stimmen einer Stadt“, deren dritte Staffel mit drei weiteren Monodramen Mitte September Premiere in den Kammerspielen des Schauspiel Frankfurt hatte. Seit 2018 schreiben jeweils drei Autoren pro Spielzeit ein Theaterstück, das am Schauspiel zur Aufführung kommt und von einer realen Biografie aus Frankfurt inspiriert ist. In einer nachhaltigen Partnerschaft fördert die Aventis Foundation dieses dreijährige Kooperationsprojekt des Literaturhauses Frankfurt mit dem Schauspiel Frankfurt. Ein Buch, das alle neun Monologe zusammenführt, ist im Mai dieses Jahres beim Fischerverlag erschienen.

Die Autoren der drei Dramen, die an diesem Abend in Abfolge präsentiert wurden, hatten Menschen dieser Stadt getroffen, Gespräche geführt und diese Stadt- und Lebenserfahrungen zu einem Monodrama verdichtet. Am Ende wurde das Solo eines Lebens zu einem Solo für eine Schauspielerin oder einen Schauspieler des Ensembles. Sie wurden durch den Videokünstler Philip Bußmann visuell begleitet und vom Intendanten Anselm Weber inszeniert.

Auch dieses Mal waren drei renommierte Autoren ausgewählt worden, die zum ersten Mal für das Theater schrieben. Der Büchner-Preisträger Martin Mosebach zeigte eine alternde Künstlerin und die schwierigen Beziehungen, die ihr Leben formten. Zwischen den pompösen Kissen eines Messingbettes in einer heruntergekommenen Dachwohnung folgte sie melancholisch ihren Erinnerungen und Sehnsüchten. Lars Brandt spürte in Zeiten großer gesellschaftlicher Umbrüche dem Alltag eines Frankfurter Kommunalpolitikers nach. Umgeben von Umzugskartons in seinem Übergangsbüro sinnierte er über gesellschaftlichen Aufbruch und Selbstentfremdung. Und die vielfach ausgezeichnete Autorin Zsuzsa Bánk schrieb über einen Mann für das letzte Geleit, dessen sensible Beobachtungsgabe besondere Perspektiven eröffnete. Im Warteraum der Grabmacher und Sargträger beschrieb er seine Arbeit, durch die er große Lebensfreude und inneren Frieden gefunden hat. Gemeinsam bilden die insgesamt neun Monodramen ein Kaleidoskop der vielfältigen Leben in dieser Stadt.

 

Die Aventis Foundation ist eine unabhängige, gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Frankfurt am Main. Sie dient der Förderung von Kunst und Kultur sowie von Wissenschaft, Forschung und Lehre. Sie ist mit einem Stiftungskapital von 53 Mio. Euro ausgestattet. 

 

Foto: Stimmen einer Stadt, Das Leben ist eine Kunst © Schauspiel Frankfurt, Robert Schittko