kulturMut - Crowdfunding für Kultur Rhein-Main, Home

Filmfestival als Hybrid

kulturMut - Crowdfunding für Kultur Rhein-Main, Home

Anfang Mai veranstaltete das Deutsche Filminstitut in Wiesbaden das „goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films“. Als kreative Reaktion auf die unvorhersehbaren Einschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie wurde das Festival als Hybridlösung mit Online-Angeboten und Live-Events zu einem späteren Termin veranstaltet. Die ergänzende Präsentation der Wettbewerbsfilme im Kino und die Verleihung eines Publikumspreises im November dieses Jahres wurde mitfinanziert und gefördert durch die Crowdfunding-Plattform „kulturMut“ von Aventis Foundation und Kulturfonds Frankfurt RheinMain. 

Die 20. Ausgabe des Festivals machte mit 107 Filmen aus 40 Ländern und insgesamt 21 Deutschlandpremieren die mittel- und osteuropäische Filmkultur trotz der Krise in Deutschland weiterhin erlebbar. Die Hybridlösung umfasste auch eine klare Unterteilung zwischen einer Mediathek für das akkreditierte Fachpublikum und einem Video-on-Demand Angebot für die breite Öffentlichkeit. goEast wollte sich nicht als Streaming-Plattform positionieren und entschied sich deshalb bewusst dafür, nur ein eingeschränktes aber dennoch sorgfältig ausgewähltes Onlineprogramm als goEast On Demand zur Verfügung zu stellen. Und auch in der virtuellen Gemeinschaft entstand so etwas wie Festival-Atmosphäre. Das Filmangebot auf goEast On Demand war gegen eine Leihgebühr nur in den sieben Tagen des Festivalzeitraums erhältlich. Nach dem Kauf stand ein Film für 24 Stunden zum Abruf zur Verfügung. So wie auch ein Kino nur eine begrenzte Anzahl an Sitzplätzen besitzt, war die Anzahl der Ausleihen begrenzt. Nach 400 Streams war ein Film ausverkauft.

Begleitende Veranstaltungen wie ein Symposium, das Paneuropäische Picknick sowie die zusätzliche Präsentation der Wettbewerbsfilme im Kino wurden auf einen späteren Termin verschoben. Aber viele Veranstaltungen fanden online statt. Mit der Live-Übertragung einer Vernissage wurde eine Ausstellung zum slawischen Kulturraum eröffnet. Virtual-Reality-Projekte wurden im Saal der Caligari Filmbühne präsentiert, die am Rechner nachgebaut worden war. Die jungen Filmschaffenden aus Ost- und Mitteleuropa trafen sich in verschiedenen Online-Formaten per Videokonferenz zum Networking. Und viele Diskussionsforen, Meisterklassen und Werkstattgespräche waren während der Festivalwoche ins Netz verlegt worden.

Das Festivalteam hatte über die Crowdfunding-Plattform „kulturMut“ um Unterstützung geworben. Diese von der Aventis Foundation und der Internet Plattform Startnext entwickelte Initiative, die der Kulturfonds Frankfurt RheinMain unterstützt, bietet seit 2013 eine zusätzliche Möglichkeit zur Finanzierung von Kulturprojekten. So konnten mit den Beiträgen der Unterstützer und dem Preisgeld von Stiftung und Kulturfonds ein erstmals vergebener Publikumspreis, die damit verbundenen Reisekosten der Regisseure und zusätzliche deutsche Untertitelungen finanziert werden.

Das japanische Filmfestival „Nippon Connection“, ebenfalls von „kulturMut“ ausgezeichnet und unterstützt, wird in seiner 20. Jubiläumausgabe im Juni 2020 wegen der Corona-Pandemie ebenfalls online mit vergleichbaren Lösungen und Angeboten wie das goEast Filmfestival veranstaltet. 

Die Aventis Foundation ist eine unabhängige, gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Frankfurt am Main. Sie dient der Förderung von Kunst und Kultur sowie von Wissenschaft, Forschung und Lehre. Sie ist mit einem Stiftungskapital von 53 Mio. Euro ausgestattet. 

 

Foto: Marek Edelmann, Jolanta Dylewska – Andrzej Waida © goEast Filmfestival