experimente#digital - eine Kulturinitiative der Aventis Foundation

Acht Visionen zur Zukunft der Arbeit

experimente#digital - eine Kulturinitiative der Aventis Foundation

Schon immer haben Autorinnen und Autoren ihren literarischen Blick auf die Zukunft gerichtet und gefragt, wie unsere Welt und unsere Gesellschaft aussehen könnten. Genau diese Frage stand am Anfang des Projektes „Acht Visionen. Zukunft. Arbeit. Literatur.“, das Anfang 2019 vom Literaturhaus Frankfurt und dem Museum für Kommunikation Frankfurt ins Leben gerufen wurde und das die Aventis Foundation im Rahmen ihrer Kulturinitiative „experimente#digital“ gefördert hat. Mitte Juni wurde jetzt das Buch zu diesem Projekt mit den Prosatexten der acht Autoren und Autorinnen veröffentlicht, die sich in einer literarischen Zukunftswerkstatt mit der Zukunft der Arbeit im digitalen Transformationsprozess auseinandergesetzt hatten.

Diese Frage ist derzeit spannender denn je, denn mit Homeoffice, Homeschooling und anderen hybriden Arbeitsweisen hat die Zukunft der Arbeit im digitalen Transformationsprozess durch die Corona-Krise über Nacht begonnen, beginnen müssen und eventuell sogar die Literatur überholt. Dazu können sich die Leser mit den Texten von Katharina Adler, Isabelle Lehn, Mariana Leky, Lukas Rietzschel, Jochen Schmidt, Thomas von Steinaecker, Daniel Wisser und Julia

Wolf selbst ein Bild machen. Trotz allem ist dies kein Buch über eine Krise. Diese »Acht Visionen« ragen aber in eine Krise hinein. Wir haben Kontaktverbot. Und das hätte eine mögliche Szenerie für eine der Visionen sein können, die Beschreibung einer heruntergekühlten Arbeitswelt, in der man einander nur noch virtuell begegnen

darf. So sind auch die entworfenen Visionen, denen wir im Buch begegnen, in Summe eher kritischer und skeptischer, mehr Analyse und Überspitzung anstatt Technologieglaube und Fortschrittsdoktrin. Sechs der acht Autorinnen und Autoren trafen zwischen September 2019 und Februar 2020 im Museum für Kommunikation in Premierenlesungen auf ihr Publikum. An den jeweiligen Folgetagen wurden die Veranstaltungen durch Lesungen für Schüler und Schülerinnen im Literaturhaus ergänzt. Die Präsentation der zwei verbleibenden Autoren und die Buchpremiere wurden aufgrund der Kontakteinschränkungen zusammengefasst und auf 2021 verschoben.

Zu ihrem 20-jährigen Jubiläum hatte die Aventis Foundation im Oktober 2016 die neue Förderreihe „experimente#digital“ gestartet. Jedes Jahr werden Kulturinstitutionen unterstützt, die besondere digitale Projektideen entwickeln und realisieren, um damit die Herausforderungen durch die Netzwelt konstruktiv aufzugreifen und für die eigene zielgruppengerechte Arbeit zu nutzen. Mit dieser finanziellen Unterstützung werden sie in die Lage versetzt, konzeptionelle Weiterentwicklungen voranzutreiben und sich strukturell auf den digitalen Wandel einzustellen. Bewerben können sich professionelle Kulturinstitutionen, wie Museen und Galerien, Theater und Musiktheater, Ensembles und Orchester, Literaturhäuser, Tanzgruppen und Compagnien, Kunst- und Musikhochschulen oder freie Gruppen und Initiativen. Der Schwerpunkt der Förderung liegt in der Region Frankfurt Rhein-Main. Die Bewerbungsfrist liegt in den letzten drei Monaten eines Jahres für Projekte, die im Folgejahr realisiert werden sollen. Begleitet wird die Umsetzung aller geförderten Projekte auf dem Blog https://experimente.aventis-foundation.org

Die Aventis Foundation ist eine unabhängige, gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Frankfurt am Main. Sie dient der Förderung von Kunst und Kultur sowie von Wissenschaft, Forschung und Lehre. Sie ist mit einem Stiftungskapital von 53 Mio. Euro ausgestattet. 

 

Foto: Acht Visionen, Lesung Isabelle Lehn und Jochen Schmidt © Literaturhaus Frankfurt