Klangwert - Ensemble-Förderung der Aventis Foundation

An der Grenze zwischen Zwölfton und Rock`n Roll

Klangwert - Ensemble-Förderung der Aventis Foundation

Das Besondere eines Trios ist seine immer gleiche Besetzung. In diesem Rahmen entsteht ein ganz spezielles Experimentierfeld, in dem es gilt, musikalische Möglichkeiten und Grenzen auszuloten. Eine Herausforderung, die Spieler wie Komponisten gleichermaßen betrifft. Während variable Ensembles mit einem größeren Spektrum an Instrumenten von der Vielfalt an Besetzungen profitieren, kann ein festes spezielles Ensemble in einem abgegrenzten Bereich in die Tiefe gehen. 

Neues Klaviertrio Dresden - das sind Uta-Maria Lempert (Violine), Matthias Lorenz (Violoncello) und Clemens Hund-Göschel (Klavier). Das Trio steht für das Hinterfragen angenommener Grundsätze des Musizierens und kombiniert bereits entstandenes Repertoire der vergangenen zwei Jahrzehnte mit herausragenden Kompositionen für diese Besetzung aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die drei Musiker regen Neukompositionen an und schaffen so Voraussetzungen für die Weiterentwicklung der Literatur für diese Besetzung.

2020 hat das Trio eine jährliche Reihe Fokuskonzerten begonnen. Das Fokuskonzert positioniert sich in der Mitte zwischen einem inhaltlich orientierten Programm einerseits und einem Porträtkonzert andererseits. Dafür muss der Komponist mindestens zwei Klaviertrios geschrieben haben.

Im Mittelpunkt der Konzerte am 5. und 7. Juli in Dresden und Leipzig stand Stefan Streich. Er schrieb 2008 für das elole-Klaviertrio „Vier Bagatellen“ ein klanglich und emotional sehr ausgreifendes Werk. Seit 2012 arbeitet er am Zyklus „Clouds“. Dieser Zyklus umfasst eine Klanginstallation und Ausarbeitungen für Live-Instrumente vom Solo bis zu Ensembles. Im Gegensatz zu den „Vier Bagatellen“ ist das eine ruhige Musik die – passend zum Extrem Installation – Statik in den Vordergrund stellt. Die Klaviertriofassung „Clouds 10“ ist für dieses Konzert des Neuen Klaviertrios Dresden entstanden! Ergänzt wird das Programm jeweils durch Stücke, denen der Komponist nahesteht, die ihn beeinflusst haben oder die besondere Aspekte der jeweiligen Fokus-Werke noch verdeutlichen. In diesem Fall war das ein Werk von Jürg Frey als Pendant zu „Clouds 10“.

Durch die Förderung von „Klangwert – Aventis Foundation Ensemble-Förderung“ war es möglich, einen Kompositionsauftrag an Michael Wertmüller zu vergeben, dessen neues Stück „the great acceleration“ einen Gegenpol zu den „Vier Bagatellen“ bietet. Es ist ein mitreissender Parforceritt an der Grenze zwischen Zwölftönigkeit und Rock’n’Roll geworden – unbedingt eine Bereicherung nicht nur für dieses Programm, sondern auch für weitere Konzerte des Trios. Wer nicht in Dresden und Leipzig dabei war, kann die Konzerte auch per Online-Video genießen: https://www.klaviertrio.net

„Klangwert“ fördert professionelle Freie Ensembles und Orchester der klassischen Musik in Deutschland um damit die Stellung dieser Klangkörper zu stärken, die mit ihrer künstlerischen Qualität und mit ihrer Vielseitigkeit und Flexibilität für ein erstklassiges Musikangebot unverzichtbar sind: http://www.aventis-foundation.org/projekte/klangwert/

Die Aventis Foundation ist eine unabhängige, gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Frankfurt am Main. Sie dient der Förderung von Kunst und Kultur sowie von Wissenschaft, Forschung und Lehre. Sie ist mit einem Stiftungskapital von 53 Mio. Euro ausgestattet.