Life Sciences Bridge – Aventis Foundation Postdoctoral Award

Hochdotierter Forschungspreis erstmalig vergeben

Life Sciences Bridge – Aventis Foundation Postdoctoral Award

Mitte September wurden drei Post-Doktoranden der Goethe-Universität mit dem neuen, von der Aventis Foundation gestifteten Forschungspreis „Life Sciences Bridge Award“ ausgezeichnet: Die Biochemikerin Dr. Inga Hänelt, der Pharmazeut Privatdozent Dr. Daniel Merk und der Biochemiker Dr. Christian Münch erhielten den mit jeweils 100.000 Euro dotierten Aventis Foundation Postdoctoral Award. 

Ziel der Förderung ist es, Forschenden in den Lebenswissenschaften frühzeitig ein selbstständiges wissenschaftliches Arbeiten zu ermöglichen und sie in der Umsetzung auch unkonventioneller Ideen zu bestärken. Die Aventis Foundation wählt die Preisträger in Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Institutionen aus - in diesem Jahr ist die Goethe-Universität Frankfurt der Partner. Ausgezeichnet werden promovierte oder bereits habilitierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die eine akademische Karriere anstreben und noch keine unbefristete Professur innehaben. Mit diesem zukünftig jährlich ausgeschriebenen Preis hat die Aventis Foundation ihre Förderaktivitäten im Bereich Wissenschaft neu strukturiert und weitgehend gebündelt. Zukünftige Ausschreibungen und die Entwicklung der Forschungsvorhaben können über den Blog https://bridge.aventis-foundation.org weiter verfolgt werden.

Die Biochemikerin Dr. Inga Hänelt untersucht am Institut für Biochemie die Kommunikation zwischen Bakterien in Biofilmen. Sie überleben als Gemeinschaft, indem sie Nahrung und Stoffwechselprodukte austauschen, miteinander kommunizieren und sich vor schädlichen Umwelteinflüssen schützen. Biofilme sind allgegenwärtig und die meisten sind für die Ökosysteme nützlich. Aber einige Biofilme sind für den Menschen gefährlich. Sie treten bei bakteriellen Entzündungen der Lunge, der Hirnhaut, des Mittelohrs, der Harnwege oder der Haut auf. Den Aventis Foundation Postdoctoral Award möchte Hänelt dazu nutzen, die Kommunikation in bakteriellen Biofilmen über Kaliumkanäle in der Plasmamembran näher zu erforschen.

Der Pharmazeut Privatdozent Dr. Daniel Merk untersucht am Institut für pharmazeutische Chemie, wie man Rezeptoren, die sich innerhalb der Zelle oder gar im Zellkern befinden, gezielt mit Arzneistoffen ansteuern kann. Diese „nukleären Rezeptoren“ sind an verschiedensten Erkrankungen beteiligt - von Entzündungen über Stoffwechsel-Erkrankungen bis hin zu Krebs – und deshalb pharmakologisch sehr bedeutsam. Um insbesondere die Entwicklung optimierter Wirkstoffe für die Behandlung neurodegenerativer Erkrankungen zu beschleunigen, möchte er mithilfe des Preisgeldes auch neue Technologien wie die künstliche Intelligenz oder innovative in vitro screening Methoden nutzen.

Der Biochemiker Dr. Christian Münch vom Institut für Biochemie II erforscht ebenfalls neurodegenerative Erkrankungen, allerdings interessiert er sich vor allem für fehlgefaltete Proteine, die in Nervenzellen zusammenklumpen, so dass diese absterben. Normalerweise aktivieren Zellen spezifische „Stressantworten“, um eine solche Fehlfaltung zu beseitigen und die Zelle gesund zu erhalten. Ziel seiner Forschung ist es, zu verstehen, wie die verschiedenen Stressantworten der Zelle miteinander verknüpft sind. Dabei müssen zunächst die Einzelprozesse im Detail aufgeklärt werden, um dann das daraus hervorgehende zelluläre Netzwerk zu verstehen. Besonders interessiert Münch sich dafür, welche Störungen in diesem komplexen System zu Krankheiten führen. Dabei ist er auf ein immer breiter werdendes Spektrum hochmoderner und neuartiger Technologien angewiesen. 

Bisher hat keiner der drei herausragenden jungen Wissenschaftler eine unbefristete Stelle. Die Förderung durch den Aventis Foundation Postdoctoral Award verschafft den Preisträgern mehr Unabhängigkeit, ihre Forschungsideen umzusetzen und sich damit für eine Professur zu qualifizieren.Damit soll ihnen und zukünftigen Preisträgern eine klare Zukunftsperspektive gegeben werden, um sie in der Wissenschaft zu halten. 

Die Aventis Foundation ist eine unabhängige, gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Frankfurt am Main. Sie dient der Förderung von Kunst und Kultur sowie von Wissenschaft, Forschung und Lehre. Sie ist mit einem Stiftungskapital von 53 Mio. Euro ausgestattet.  

 

Foto: Preisverleihung im Rahmen des Post-Doc Days an der Goethe-Universität, von links nach rechts: Vorsitzende der Jury Prof. Dr. Werner Müller-Esterl, Preisträger Dr. Christian Münch, Dr. Inga Hänelt und Dr. Daniel Merk, Vizepräsidentin der Goethe-Universität Prof. Dr. Simone Fulda, Vorsitzender des Kuratoriums der Aventis Foundation Prof. Dr. Günther Wess © Uwe Dettmer.