Hoechst Dozentenpreis

Neuer Inhibitor im Kampf gegen Tropenkrankheiten

Hoechst Dozentenpreis

Ute Hellmich, Jahrgang 1981, wurde in diesem Jahr mit dem Hoechst Dozentenpreis ausgezeichnet, den die Aventis Foundation in Kooperation mit dem Fonds der Chemischen Industrie vergibt. Mit den zur Verfügung gestellten Mitteln soll die Forschungsarbeit besonders qualifizierter Nachwuchswissenschaftler gefördert werden. 

Ute Hellmich ist seit2015 Juniorprofessorin für Biochemie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und ist seitdem auch wissenschaftliches Mitglied des Zentrums für Biomolekulare Magnetische Resonanz (BMRZ) der Goethe-Universität Frankfurt. Ihre Forschung widmet sich der Lipid-Regulation von Membranproteinen, den molekularen Grundlagen von Antibiotikaresistenzen und der funktionellen Modulation parasitärer Proteine durch kleine Moleküle. Hier konnte auch ein neues Konzept für die chemisch induzierte Dimerisierung beschrieben werden. Ein besonderer Fokus liegt auf der selektiven Hemmung von Proteinen aus Erregern, die die von der WHO definierten „vernachlässigten Tropenkrankheiten“ auslösen. So wurde ein Weg gefunden, wie der Parasit, der die Schlafkrankheit verursacht, unschädlich gemacht werden kann. Eine interdisziplinäre Gruppe um Ute Hellmich  konnte nachweisen, wie ein spezifischer Hemmstoff an ein lebensnotwendiges Protein des Parasiten andockt und es deaktiviert. Dieses neuartige Konzept kann zukünftig für das rationale Design von Wirkstoffen auch gegen andere Krankheiten verwendet werden.

Ute Hellmich studierte Biochemie in Frankfurt, wo sie 2010 bei Clemens Glaubitz in der Biophysikalischen Chemie promovierte. Mit einem EMBO Fellowship ging sie für ein Postdoktorat an die Harvard University, um bei Rachelle Gaudet über humane Schmerz- und Temperaturrezeptoren, insbesondere ihre Struktur und Dynamik, zu forschen. Gefördert durch die Carl-Zeiss-Stiftung kam sie 2015 als Juniorprofessorin nach Mainz. Ute Hellmich setzt sich stark für die Verzahnung von Forschung und Lehre ein und wurde hierfür 2017 mit dem Fulbright-Cottrell Award ausgezeichnet.

Der fachliche Schwerpunkt des Hoechst Dozentenpreises liegt auf dem Gebiet der Chemie und Biochemie. Im Zuge einer Kooperation der Aventis Foundation mit dem Fonds der Chemischen Industrie wurde er seit 2010 in einem gemeinsamen Auswahlverfahren verliehen. Die finanziellen Mittel stellte die Aventis Foundation zur Verfügung. Nominierung und Vergabe erfolgte über den Fonds der Chemischen Industrie. Die Vergabe des Preises erfolgte 2019 letztmalig, da die Aventis Foundation zukünftig ihr Engagement im Bereich Wissenschaft, Forschung und Lehre auf die Auslobung eines Forschungspreises für Nachwuchswissenschaftler konzentriert, der im September 2019 erstmalig verliehen wurde. Weitergehende Informationen dazu unter https://bridge.aventis-foundation.org

 

Foto: Ute Hellmich © VCI, Erika Diehl