Mahler Chamber Orchestra

Mozarts musikalische Neuerungen

Mahler Chamber Orchestra

Mit einem von der Aventis Foundation geförderten Auftaktkonzert im Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie startete das Mahler Chamber Orchestra Mitte Mai das konzeptionelle Großprojekt „Mozart Momentum 1785/1786“. In einer Partnerschaft mit dem Pianisten Leif Ove Andsnes lenkt das Orchester den Blick auf eine intensive Schaffensphase, in der Mozart auf dem Gipfel seines Erfolges außerordentlichen Mut zu musikalischen Neuerungen entwickelte.  Über einen Zeitraum von drei Jahren wird es dazu Konzerte in Europa, USA und Asien sowie die Produktion von zwei Doppel-CDs geben.

Bei dieser Aufführung wurden drei Kompositionen von Mozart präsentiert, die deutlich machten, wie radikal er in seinem Werk das Verständnis von musikalischem Dialog geöffnet und erweitert hatte. Bewährte Abfolgen und Muster brach der Komponist auf, veränderte das Rollenverständnis zwischen Solist und Orchester und räumte den einzelnen Orchesterinstrumenten solistischen Wert und damit eine neue Exponiertheit und Verantwortlichkeit innerhalb des Ensembles ein. Alle ausgewählten Werke standen in der für die damalige Zeit ungewöhnlichen Moll-Tonart. Sie bildete das Bindeglied zu einer ebenfalls 1785 entstandenen Symphonie von Hayden, die in das Konzertkonzept integriert war. An diesem Abend vertrat Lars Vogt (*1970), einer der weltweit führenden Pianisten und Mozart-Interpreten seiner Generation, den erkrankten Leif Ove Andsnes. Gemeinsam mit dem Konzertmeister Matthew Truscott leitete er das MCO vom Klavier aus und machte die neuen Kommunikationsstrukturen in Mozarts Werk auch innerhalb eines größeren Ensembles greifbar.

Unter Mitwirkung der Musiker konnten die Besucher vorab an einer experimentellen, interaktiven Form der Konzerteinführung mit dem Titel “Unboxing Mozart“ teilnehmen. Sie wurden zu Akteuren und erlebten auf spielerische Weise, was es heißt, selbst Teil eines Ensembles zu sein – zunächst live zwischen den Musikern auf der Bühne und anschließend virtuell mit Hilfe einer digitalen Soundbox an Stationen eines Outdoor-Parcours rund um die Berliner Philharmonie. Unterstützt wurde dieses Projekt von der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien aus dem Programm „Exzellente Orchesterlandschaft Deutschland“.

Neben dem Konzert im Mai fördert die Aventis Foundation einen weiteren Auftritt des Mahler Chamber Orchestra in der Berliner Philharmonie im Dezember dieses Jahres. Dabei geht es unter dem Titel „Sounds of Central Europe“ um die kompositorische Vielfalt Mitteleuropas der letzten Jahrhunderte und um die kulturellen Wechselwirkungen. Mit dieser erneuten Förderung unterstützt die Stiftung ein freies Ensemble, das seit seiner Gründung 1997 in den bedeutendsten Musikmetropolen sowie bei wichtigen Festivals weltweit spielt. Die 45 Mitglieder der Kernbesetzung stammen aus 20 verschiedenen Nationen und leben in ganz Europa. 2011 wurde das MCO zum Kulturbotschafter der EU ernannt. Durch die multinationale Zusammensetzung seiner Musiker und den internationalen Aktionsradius seiner Tätigkeiten fördert das MCO den interkulturellen Dialog.

Die Aventis Foundation ist eine unabhängige, gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Frankfurt am Main. Sie dient der Förderung von Kunst und Kultur sowie von Wissenschaft, Forschung und Lehre. Sie ist mit einem Stiftungskapital von 53 Mio. Euro ausgestattet.  

Foto: Mozart Momentum 1785/1786, Berliner Philharmonie © Mahler Chamber Orchestra, Geoffroy Schied