Junge Deutsche Philharmonie

Zukunftsorchester auf Tournee

Junge Deutsche Philharmonie

Mitte März endete die diesjährige Frühjahrstournee „Credo“ der Jungen Deutschen Philharmonie mit einem Konzert in der Berliner Philharmonie, das auch im Rahmen der „Digital Concert Hall“ als Life-Stream im Internet übertragen wurde. Unter der musikalischen Leitung von Jörg Widmann und mit Werken von Felix Mendelssohn Bartholdy, Robert Schumann und Widmann selbst war das Zukunftsorchester zu Gast in den renommierten Konzertsälen Deutschlands – unter anderem auch in der Hamburger Elbphilharmonie und der Kölner Philharmonie. Die Aventis Foundation förderte die einwöchige Tournee und insbesondere das Konzert in Berlin mit seinem digitalen Vermittlungsangebot.

Jörg Widmann war bei diesem Projekt in dreifacher Form involviert. Zum Auftakt präsentierte er als Solist das von Felix Mendelssohn Bartholdy 1824 komponierte „Andante“ aus der „Klarinettensonate“, das er selbst 2016 für Klarinette, Streichorchester, Harfe und Celesta bearbeitet hatte. Als Komponist und Dirigent führte er durch seine 2005 entstandene „Messe für großes Orchester“, die sich an der Struktur eines traditionellen Messetextes orientierte, ohne Sänger und Chor auftreten zu lassen. Die jungen Orchestermusiker selbst waren die Protagonisten der Liturgie und stellten mit ihren Instrumenten auch die Soli und Chorstimmen dar. Nach der Pause erklang die 1846 vollendete „Zweite Symphonie“ von Robert Schumann, mit der der Komponist eine schwere psychische Krise zu überwinden suchte. Am triumphalen Finale hörte man, wie erfolgreich diese Methode der musikalischen Selbstherapie war. 

Mit Jörg Widmann wurde ein Dirigent und Solist engagiert, der sowohl für die Verbindung zwischen klassischer und neuer Musik als auch für das Ideal eines „Universalmusikers“ steht. Daher kam es in der ausgedehnten Probenphase neben der Erarbeitung des anspruchsvollen Konzertprogramms auch zu einem intensiven Austausch der Orchestermitglieder mit Widmann, zumal er als Komponist eines der beiden Hauptwerke besonders tiefe Einblicke in die Interpretationsansätze geben konnte.

Seit 45 Jahren ist die Junge Deutsche Philharmonie als Kulturbotschafterin in Deutschland und der Welt unterwegs. Im Rahmen ihrer kontinuierlichen Nachwuchsförderung unterstützt die Aventis Foundation dieses Orchester, das herausragenden Studierenden der deutschsprachigen Musikhochschulen eine exzellente Musizierpraxis als Ergänzung zum Hochschulstudium bietet. Hier können sie ihre Kompetenzen weiterentwickeln und Neues wagen. Die jungen Talente planen ungewöhnliche Veranstaltungskonzepte, gestalten ihre Konzertprogramme selbst und gründen neue Formationen. So entstehen am Zeitgeist orientierte Musikerlebnisse von höchster Qualität.

Die Aventis Foundation ist eine unabhängige, gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Frankfurt am Main. Sie dient der Förderung von Kunst und Kultur sowie von Wissenschaft, Forschung und Lehre. Sie ist mit einem Stiftungskapital von 53 Mio. Euro ausgestattet.  

Foto: Junge Deutsche Philharmonie, Probenphase © Achim Reissner