Hoechst Doktorandenstipendium

Auf der Suche nach Alternativen für fossile Brennstoffe

Hoechst Doktorandenstipendium

Jama Ariai wird für seine herausragenden Studienleistungen im Bereich der Organischen Chemie mit dem Hoechst Doktorandenstipendium ausgezeichnet. Dieses Stipendium ist mit 46.400 Euro dotiert und wird einmal jährlich über die Stiftung Stipendien-Fonds des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI) in Kooperation mit der Aventis Foundation vergeben. 

Jama Ariai beschäftigt sich in seiner Doktorarbeit an der Justus-Liebig-Universität Gießen in der Emmy Noether-Gruppe von Dr. Urs Gellrich mit der Aktivierung stabiler Moleküle durch neuartige metallfreie Verbindungen. Ziel ist es, durch eine Kombination von computerchemischen und experimentellen Untersuchungen kohlenstoffbasierte frustrierte Lewis-Paare zu entwickeln. Hierzu werden moderne quantenmechanische Methoden zum computerbasierten Design potentieller Systeme genutzt. Anschließend erfolgen die Synthese der Zielmoleküle und letztlich die reversible Fixierung von Kohlenstoffdioxid sowie spektroskopische Studien zur Aufklärung der zugrundeliegenden Reaktionsmechanismen. Die metallfreie Fixierung von Kohlenstoffdioxid ermöglicht es, Kohlenstoffdioxid als Grundbaustein zum Aufbau organischer Moleküle zu verwenden. Langfristig betrachtet stellt diese Methode eine nachhaltige Alternative zu endlichen fossilen Brennstoffen dar. Die enge Vernetzung aus Experiment und Theorie liefert weitreichende Erkenntnisse und ermöglicht auf ressourcensparende aber dennoch systematische Weise die Systeme stetig zu verbessern. 

Jama Ariai, geboren 1995 in Fulda, studierte Chemie an der Justus-Liebig-Universität Gießen und schloss den Bachelor sowie den Master als Jahrgangsbester ab. Während eines Auslandsaufenthaltes im Masterstudium an der Universität Padua (Italien) untersuchte er relativistische Effekte in der NMR-Spektroskopie von ionischen Flüssigkeiten. Danach beschäftigte er sich in seiner Masterarbeit bei Dr. Urs Gellrich mit dem computerbasierten Design organischer frustrierter Lewis-Paare. Durch diese Arbeiten ist er nun bestens gerüstet für seine Doktorarbeit.

Im Zuge einer Kooperation der Aventis Foundation mit dem Fonds der Chemischen Industrie wurde das Hoechst Doktorandenstipendium seit 2010 in einem gemeinsamen Auswahlverfahren vergeben. Anträge, Begutachtung, Stipendienvergabe und Betreuung der Stipendiaten übernahm der Fonds. Die finanziellen Mittel stellte die Aventis Foundation zur Verfügung. Die Vergabe der Stipendien erfolgte 2019 letztmalig, da die Aventis Foundation zukünftig ihr Engagement im Bereich Wissenschaft, Forschung und Lehre auf die Auslobung eines Forschungspreises für Nachwuchswissenschaftler konzentriert, der im September 2019 erstmalig vergeben wird. Weitergehende Informationen dazu unter bridge.aventis-foundation.org

Foto © Jama Ariai