Oper Frankfurt

Eine Oper von Abschied und Verlust

Oper Frankfurt

Als Frankfurter Erstaufführung hatte die Oper „Tri Sestry / Drei Schwestern“ des zeitgenössischen Komponisten Peter Eötvös Anfang September im Großen Saal der Oper Frankfurt Premiere. Das überwiegend melancholische Werk basierte auf dem gleichnamigen Drama von Anton Tschechow und machte den Abschied von Menschen, Träumen und Sehnsüchten musikalisch und emotional erfahrbar. Ermöglicht wurde dieser Saisonauftakt durch die Aventis Foundation, die als Hauptförderer die Ur- und Erstaufführungen des Opernhauses unterstützt.

Es ging um drei Schwestern und ihren Bruder, die in der russischen Provinz auf ein erfülltes Leben im Sehnsuchtsort Moskau hofften. Was sie erlebten war geprägt von Unzufriedenheit und Lethargie – von Verlust, Abschied und zurückbleibender Leere. Diesen Gefühlen verlieh Eötvös einen eigenen, mitfühlenden Klang mit immer wiederkehrenden Klangprinzipien, historischen Musikzitaten und einer besonderen Harmoniestruktur. Dabei wurde die Linearität der Handlung durchbrochen und durch die Abfolge von drei Sequenzen ersetzt, in denen die Geschwister die Situationen und das Geschehen aus ihren jeweiligen Blickwinkeln beleuchteten, so dass es sich in gewissen Abwandlungen wiederholte. Die Besetzung der drei Schwestern und ihrer Schwägerin mit Countertenören schuf durch deren Stimmlage und Körperlichkeit eine gewisse Distanz zu den Figuren. Das führte den Zuschauer weg von den vermeintlichen Problemen russischer Frauen um 1900 hin zur weiter gefassten Frage nach einem sinnerfüllten Leben. Alle Figuren der Oper wurden durch ein eigenes, ihnen zugeordnetes Instrument charakterisiert, das die gesungene Partitur durch einen musikalischen Handlungsstrang ergänzte. Zwei unterschiedlich instrumentierte und positionierte Klangkörper – ein kleines Ensemble im Orchestergraben und ein Orchester auf der Bühne – erweiterten den Klangraum. Nicht zuletzt dadurch entfaltete sich die emotionale Wirkung dieser großen zeitgenössischen Oper.

In einer nachhaltigen Partnerschaft unterstützt die Aventis Foundation seit der Spielzeit 2015/16 als Hauptförderer die Ur- und Erstaufführungen der Oper Frankfurt. Damit schafft sie Planungssicherheit und ein solides Fundament für die  Entwicklung von jährlich zwei innovativen Musiktheater-Inszenierungen auf künstlerisch hohem Niveau. Durch dieses Förderprogramm setzt die Stiftung ihre langjährige Projektpartnerschaft mit der Oper Frankfurt als einem der renommiertesten Opernhäuser Europas fort und leistet so auch einen Beitrag zur Entwicklung der Kulturlandschaft in Frankfurt. 

Die zweite geförderte Musiktheaterproduktion dieser Spielzeit ist die Deutsche Erstaufführung von „Lost Highway“ der zeitgenössischen Komponistin Olga Neuwirth, die am 12. September Premiere im Bockenheimer Depot hat.

Die Aventis Foundation ist eine unabhängige, gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Frankfurt am Main. Sie dient der Förderung von Kunst und Kultur sowie von Wissenschaft, Forschung und Lehre. Sie wurde 1996 als Hoechst Foundation gegründet und ist mit einem Stiftungskapital von 50 Mio. Euro ausgestattet. Im Jahr 2000 wurde die Stiftung in Aventis Foundation umbenannt. 

Foto: Oper „Drei Schwestern“, Peter Eötvös © Oper Frankfurt, Monika Rittershaus