Kultur Berlin

Currentzis in der Berliner Philharmonie

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Die Stiftung Berliner Philharmoniker zeigte Ende Oktober im Kammermusiksaal die zeitgenössische Choroper „Trista“ von Philippe Hersant in einer Aufführung von „MusicAeterna“ – Orchester und Chor der Oper Perm (Russland) unter Leitung von Teodor Currentzis. Die Aventis Foundation fördert dieses Sonderkonzert ebenso wie einen Abend Anfang Dezember, an dem „MusikAeterna“ im großen Saal der Philharmonie Werke von Gustav Mahler interpretiert.

Mit diesen Aufführungen will die Stiftung Berliner Philharmoniker polarisierende Musikinterpretationen präsentieren und damit einen Beitrag zur aktuellen Format-Diskussion leisten. Seit einigen Jahren steht Teodor Currentzis für einen jungen und temperamentvollen Künstlertypus, dem es gelingt, auch neue Publikumsschichten zu erschließen. Mit seiner bedingungslosen Art des Musizierens steht der griechisch-russische Dirigent, Musiker und Schauspieler für eine im Umbruch befindliche Klassikszene, die nach neuen und unkonventionellen Wegen sucht.

„Trista – für Sprecher, gemischten Chor und Instrumentalensemble“ geht auf eine Zusammenarbeit von Hersant und Currentzis zurück und wurde 2016 am Staatlichen Opern- und Balletttheater Perm uraufgeführt, an der „MusicAeterna“ als Residenz-Ensemble tätig ist. Die Chorstücke des Werkes basieren auf Gedichten von französischen und russischen Strafgefangenen, die die Gefängnismonotonie mit Poesie und starken Worten greifbar machen. Hersant vertonte sie auf verstörende und gleichzeitig berührende Weise – komponiert in verschiedenen Musikstilen bis hin zu Anlehnungen an die russische Volksmusik. In der fast intimen Situation im Kammermusiksaal mit seiner hervorragenden Akustik hielt Currentzis über anderthalb Stunden von der ersten bis zur letzten Sekunde einen fesselnden Spannungsbogen mit minimalem Instrumenteneinsatz und der vollen Dynamik und Bandbreite der großartigen stimmlichen Möglichkeiten des Permer Chores, der zugleich in einer  sinnhaften Choreografie und Lichtregie in steter Bewegung war.

Die Aventis Foundation unterstützt die Stiftung Berliner Philharmoniker und ihr Orchester als Botschafter des kulturellen Schaffens Berlins und der Bundesrepublik Deutschland. Die Musiker gestalten rund 100 große Orchesterkonzerte in der Berliner Philharmonie und etliche Kammerkonzerte mit verschiedenen Ensembles im Kammermusiksaal. Auf Tourneen sind sie weltweit zu erleben und durch die Digital Concert Hall können ihre Konzerte weltweit live oder zeitversetzt mitverfolgt werden. Der Stiftung ist es ein Anliegen, renommierten Gastorchestern in den beiden Sälen der Philharmonie einen Raum zu geben, um die Musiklandschaft Berlins zu bereichern und dem Publikum eine noch höhere Diversität zu bieten.

Die Aventis Foundation ist eine unabhängige, gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Frankfurt am Main. Sie dient der Förderung von Kunst und Kultur sowie von Wissenschaft, Forschung und Lehre. Sie wurde 1996 als Hoechst Foundation gegründet und ist mit einem Stiftungskapital von 50 Mio. Euro ausgestattet. Im Jahr 2000 wurde die Stiftung in Aventis Foundation umbenannt.

 

Foto: Trista, MusikAeterna Chorus and Orchestra of Perm Opera © Stiftung Berliner Philharmoniker, Stephan Rabold