Historisches Museum Frankfurt

Orte der Jugend in Frankfurt

Historisches Museum Frankfurt

Wo kann man in Frankfurt tanzen? Wo kann man Abenteuer erleben? Was ist der perfekte Ort für den ersten Kuss? Diese und andere Fragen waren der Stoff, aus dem die Ausstellung „Stadtlabor. Orte der Jugend“ im Historischen Museum Frankfurt entstand, die im Oktober eröffnet wurde. Sie ist die analoge Brücke zum „Stadtlabor Digital“, das Audiobeiträge, Filme und Fotostrecken seiner Stadtlaboranten auf einer Internet-Plattform sichtbar macht und so die Lebenswelt der heutigen und früheren Jugendlichen in Frankfurt dokumentiert. Das „Stadtlabor Digital“ ist Teil des Konzeptes „Digitale Museumspraxis“, dessen Umsetzung und Erprobung die Aventis Foundation in einer auf drei Jahre angelegten Partnerschaft mit dem Historischen Museum seit 2016 gefördert hat.

Bis zum April 2019 erforscht die Ausstellung, wo in Frankfurt Orte der Jugend sind und wie sie genutzt werden. Sie lädt dazu ein, sich an die Jugendzeit zu erinnern oder von Jugendorten zu berichten. Angeregt werden die Besucher durch vielfältige Beteiligungsmöglichkeiten und eine assoziative Raumgestaltung. Stelen in der Ausstellung thematisieren die verschiedenen Aspekte von Jungsein. In Videokabinen können Erlebnisse und Schilderungen aufgezeichnet und über große Medienmaschinen direkt mit allen Besuchern geteilt werden. Zusätzlich werden Workshops angeboten, die digitale Techniken zum Porträtieren dieser Orte vermitteln. Die Teilnehmer bringen ihre Ortsexpertise, ihr Erfahrungswissen und ihre Beobachtungen ein und werden in digitale Storytelling-Formate eingeführt. Diese Beiträge werden dann ebenfalls auf der Internet-Plattform des Museums gezeigt. So wird die Ausstellung während der Laufzeit beständig erweitert.

Am Beispiel des Angebotes „Stadtlabor Digital“, das durch die Zusammenarbeit der Nutzer eine wachsende Sammlung von ortsspezifischem Frankfurt-Wissen entstehen lässt, wird der Wandel des Hauses vom Fachmuseum für Geschichte zum modernen Stadtmuseum sichtbar. Dazu gehört auch die Umsetzung einer digitalen Strategie, die mit einer Reihe von Projekten das neue Stadtmuseum erweitert und für die Bürgerinnen und Bürger zu einem zeitgemäßen und dynamischen Ort der Wissensvermittlung und Auseinandersetzung mit der Stadtgesellschaft macht.

Der neu gestaltete Internetauftritt bildet als Museumsportal das Dach des digitalen Museums und ist der Zugang zu allen Angeboten. Mit digitalen Touren und online bereitgestelltem Hintergrundwissen zu den ausgestellten Objekten kann der Museumsbesuch vor- und nachbereitet werden. In einem Login-Bereich kann man sich mit eigenen Beiträgen beteiligen und online arbeiten. So auch auf der Unterseite Stadtlabor Digital, dessen Beiträge in einer wechselnden Auswahl in der Dauerausstellung „Frankfurt Jetzt!“ gezeigt werden. Der Multimediaguide leitet die Besucher mit zielgruppenspezifischen und themenorientierten Touren durch das Ausstellungshaus und wird durch Rundgänge in Gebärdensprache und Audiodeskription ergänzt. Der Guide kann auf Leihgeräten oder als Download auf dem eigenen Smartphone bedient und so auch schon vor dem Museumsbesuch zur Einstimmung genutzt werden. Im Bereich Sammlung online werden in einem ersten Schritt die Objekte der neuen Dauerausstellung „Frankfurt Einst?“ online verfügbar, bearbeitbar und weiter nutzbar gemacht. Zu den Exponaten werden Hintergrundinformationen gezeigt, die durch persönliche Anmerkungen und Geschichten zum Objekt ergänzt werden können. 

All diese digitalen Angebote sind eingebunden in einen intensiven Austausch mit der dabei entstehenden „Community“. Neben der Kommunikation auf Facebook, Twitter, Instagram, YouTube und dem Museumsblog lädt das Museum die Onlinenutzer zu regelmäßigen Veranstaltungen und Workshops ein, um eine Vernetzung untereinander und mit dem Museum selbst zu fördern. Diese umfassende digitale Museumspraxis ermöglicht eine verbesserte Interaktion, direkte Vernetzung und partizipative Mitgestaltung des Museums. Sie schafft eine neue Dimension an der Schnittstelle von analoger und digitaler Welt, die die Aventis Foundation unterstützt und fördert – als zukunftsweisenden Weg und Erfahrungsfeld – auch für andere Museen und Kulturinstitutionen.  

Die Aventis Foundation ist eine unabhängige, gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Frankfurt am Main. Sie dient der Förderung von Kunst und Kultur sowie von Wissenschaft, Forschung und Lehre. Sie wurde 1996 als Hoechst Foundation gegründet und ist mit einem Stiftungskapital von 50 Mio. Euro ausgestattet. Im Jahr 2000 wurde die Stiftung in Aventis Foundation umbenannt. 

Foto: Orte der Jugend, Stadtlabor digital © Historisches Museum Frankfurt, Stefanie Kösling