Oper Frankfurt

Musiktheater zwischen Neuer Musik und Barock

Oper Frankfurt

In einer Doppelvorstellung präsentierte die Oper Frankfurt in Zusammenarbeit mit dem Ensemble Modern Ende Februar eine Uraufführung und eine Premiere im Bockenheimer Depot – als Gegenüberstellung von zeitgenössischer und alter Musik – thematisch verbunden durch die aktuelle und die alttestamentarische Geschichte des Nahen Ostens. Ermöglicht wurde der Kompositionsauftrag für „Ein winterlicher Frühling“ und die szenische Erstaufführung von „Die bronzene Schlange“ durch die Aventis Foundation, die als Hauptförderer die Ur- und Erstaufführungen des Opernhauses unterstützt.

Das dramatische Lamento „A Wintery Spring“ des in Jordanien geborenen und seit 2002 in Deutschland lebenden Komponisten Saed Haddad (*1972) setzte sich mit dem Leiden, den Schmerzen und den Tränen der Menschen im Nahen Osten auseinander. Dabei spielte der Text in diesem Auftragswerk eine zentrale Rolle. Er basierte auf Gedichten des libanesischen Schriftstellers Khalil Gibran (1883-1931), dessen damals ebenfalls im Exil entstandene Texte eine beklemmende Aktualität aufweisen. Haddad baute in seiner Komposition auf ein Gleichgewicht von physischen und metaphysischen Eigenschaften und verband Dramatik und Energie mit Virtuosität und transzendentalen Klängen. 

Die barocke Kantate „ Il serpente di bronzo“ des böhmischen Komponisten Jan Dismas Zelenka (1679-1745) erzählte die Geschichte einer Schlangenplage, mit der Gott das zweifelnde Volk Israel bestraft und läutert. Zelenka schuf eine dramatische Klangwelt, die besonders durch die expressiv und bildhaft dargestellten Arien getragen wurde. Mit einer aktuellen Bildsprache machte die Regisseurin Corinna Tetzel diese biblische Geschichte durch Kostüme und Ausstattung zu einem Gleichnis für unsere heutige Zeit. Die musikalische Leitung des Abends lag bei dem französischen Dirigenten Franck Ollu, dessen künstlerische Arbeit seit vielen Jahren eng mit dem Ensemble Modern verbunden ist. Mit einer Sängerbesetzung, die fast vollständig aus den Mitgliedern des Opernstudios und des Ensembles der Oper Frankfurt bestand, erlebten die Besucher an diesem Abend faszinierendes Musiktheater jenseits des klassischen Opernrepertoires.

In einer dreijährigen Partnerschaft unterstützt die Aventis Foundation seit der Spielzeit 2015/16 als Hauptförderer die Ur- und Erstaufführungen der Oper Frankfurt. Damit schafft sie Planungssicherheit und ein solides Fundament für die  Entwicklung von jährlich zwei innovativen Musiktheater-Inszenierungen auf künstlerisch hohem Niveau. Durch dieses Förderprogramm setzt die Stiftung ihre langjährige Projektpartnerschaft mit der Oper Frankfurt als einem der renommiertesten Opernhäuser Europas fort und leistet so auch einen Beitrag zur Entwicklung der Kulturlandschaft in Frankfurt. 

Die Aventis Foundation ist eine unabhängige, gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Frankfurt am Main. Sie dient der Förderung von Kunst und Kultur sowie von Wissenschaft, Forschung und Lehre. Sie wurde 1996 als Hoechst Foundation gegründet und ist mit einem Stiftungskapital von 50 Mio. Euro ausgestattet. Im Jahr 2000 wurde die Stiftung in Aventis Foundation umbenannt. 

Foto: A Wintery Spring, Oper Frankfurt © Monika Rittershaus