Goethe-Universität Frankfurt

Complexity Fellowships an der Goethe-Universität

Goethe-Universität Frankfurt

In diesem Jahr wurden in einem internationalen Verfahren „Complexity Fellowships“ an der Goethe-Universität ausgeschrieben. Es bewarben sich 33 teils sehr renommierte Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus dem In- und Ausland. Fünf Fellows, die an Instituten und Universitäten in Düsseldorf, Washington, Montreal und Tel Aviv forschen, wurden ausgewählt und eingeladen. Sie werden im kommenden Jahr in dem seit Anfang 2017 bestehenden Forschungsprojekt „Komplexität in Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft“ mitarbeiten, das die Aventis Foundation in einer nachhaltigen Partnerschaft über drei Jahre fördert. 

Im Zeitraum April bis Oktober 2019 sind die Fellows zwischen drei und sieben Monate in Frankfurt. Gemeinsam mit Forscherinnen und Forschern der Goethe-Universität aus verschiedenen Fachrichtungen entwickeln sie am Forschungskolleg Humanwissenschaften (FKH) der Goethe-Universität Strategien für einen erfolgreichen Umgang mit Komplexität und für die Lösung komplexer Probleme. Übergreifendes Ziel des Projektes ist es, unterschiedliche Konzepte von Komplexität und deren theoretische Begründung aus einer fächerübergreifenden Perspektive zu untersuchen. Damit können nicht nur neue Muster für den praktischen Umgang mit Komplexität aufgezeigt, sondern auch neue Einsichten für die wissenschaftliche Forschung selbst gewonnen werden. Ein Ausgangspunkt ist die Wissenschaftsphilosophie. Sie definiert Komplexität als Eigenschaft von Systemen, die aufgrund des Zusammenwirkens ihrer Elemente ein unerwartetes und nicht zu prognostizierendes Verhalten zeigen. Die Fragen, ob und wie eine solche Definition sowohl auf naturwissenschaftliche Systeme als auch auf soziale Systeme angewandt werden kann, liegen auf der Hand und verdeutlichen die Notwendigkeit interdisziplinären Arbeitens. 

Darüber hinaus verbindet das Projekt die Natur- und Lebenswissenschaften mit den Geistes- und Sozialwissenschaften. Es führt ein Forschungsteam aus zwei voneinander getrennt gelegenen Standorten der Universität, dem Campus Westend und dem Campus Riedberg, zusammen. Die Zusammenarbeit der Forscherinnen und Forscher im Rahmen des Projektes und die Förderung durch die Aventis Foundation zielen darauf ab, das Projekt soweit zu entwickeln, dass ein Antrag bei einer der großen forschungsfördernden Institutionen gestellt werden kann, um die Arbeiten in einem erweiterten Rahmen fortsetzen zu können.

Die Aventis Foundation ist eine unabhängige, gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Frankfurt am Main. Sie dient der Förderung von Kunst und Kultur sowie von Wissenschaft, Forschung und Lehre. Sie wurde 1996 als Hoechst Foundation gegründet und ist mit einem Stiftungskapital von 50 Mio. Euro ausgestattet. Im Jahr 2000 wurde die Stiftung in Aventis Foundation umbenannt.