Jüdisches Museum Frankfurt

Zukunftslabor für das neue Jüdische Museum

Jüdisches Museum Frankfurt

In Anlehnung an die jüdische Tradition temporärer Bauten eröffnete das Jüdische Museum Frankfurt Anfang September zum zweiten Mal eine Plattform, die Ideen für den Umbau des Museums ins Gespräch bringen sollte. Während sich das Pop Up Boat im vergangenen Jahr in der Freizeitzone des Mainufers befand, verlagert das Museum in diesem Jahr seine Aktivitäten mitten in die Stadt und macht den Frankfurter Stadtraum selbst zum Thema. Die Aventis Foundation förderte die Fortsetzung dieses Projektes, das in der Zeit des Museumsumbaus ein attraktives Forum für jüdische Kultur der Gegenwart schafft.


Auf dem Willy-Brant-Platz wurde für 11 Tage eine aufblasbare und begehbare Hülle aus transluzentem Material installiert, die von außen Einblicke in das Geschehen im Inneren und von dort Ausblicke auf die Stadtlandschaft gewährte und sich so mit dem urbanen Leben verband – als fragiles „Pop Up Monument“, das jeden Morgen aufs neue aufgeblasen wurde und nachts wieder in sich zusammen fiel. Ein eigens produzierter geschwungener Tisch durchdrang die Blase und lud als partizipatives Ausstellungselement zur Interaktion und Auseinandersetzung mit jüdischen Persönlichkeiten und jüdischen Orten aus Vergangenheit und Gegenwart ein.

In unmittelbarer Nähe zu dem im Werden begriffenen neuen Jüdischen Museum diente das Pop Up Monument tagsüber als ein Zukunftslabor für die neue Dauerausstellung. Interessierte Besucherinnen und Besucher konnten anhand ausgewählter Gegenstände, interaktiver Elemente und dreidimensionaler Modelle einen Ein- und Überblick in die fortgeschrittenen Raum- und Ausstellungsplanungen gewinnen und auch einzelne Sammlungsobjekte des Museums näher kennenlernen. So regten die Museumsmacher den Austausch mit der Stadtgesellschaft zur konzeptionellen Weiterentwicklung der neuen Dauerausstellung im Rothschild Palais an. Das Pop Up Monument war auch der Ausgangspunkt für unterschiedliche Führungsformate und Stadterkundungen. Abends verwandelte es sich in eine Plattform für jüdische Gegenwartskultur. Mitten im Stadtraum fanden Lesungen, Filmvorführungen, Konzerte und Diskussionen statt, in denen die Vielstimmigkeit der jüdischen Gegenwart zum Ausdruck kam und der Blick auf die Fragilität und Pluralität jüdischer Kulturen in der Diaspora gelenkt wurde.

Die Aventis Foundation ist eine unabhängige, gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Frankfurt am Main. Sie dient der Förderung von Kunst und Kultur sowie von Wissenschaft, Forschung und Lehre. Sie wurde 1996 als Hoechst Foundation gegründet und ist mit einem Stiftungskapital von 50 Mio. Euro ausgestattet. Im Jahr 2000 wurde die Stiftung in Aventis Foundation umbenannt. 

Foto: Pop Up Monument, Jüdisches Museum Frankfurt © Norbert Miguletz