experimente#digital - eine Kulturinitiative der Aventis Foundation

Junge Blicke auf das Filmmuseum

experimente#digital - eine Kulturinitiative der Aventis Foundation

Anfang September stellte das Deutsche Filmmuseum Frankfurt einen Multimediaguide durch die Dauerausstellung vor, der von jungen Menschen für junge Menschen entwickelt und erarbeitet worden war. Auf  Tablets können die Besucher jetzt mit vielen Interviews, Audiobeiträgen, Filmausschnitten, Fotos und spielerischen Zugängen das Thema Film, seine Geschichte und seine sprachlichen Mittel erkunden – ein innovatives Modellprojekt, das die Aventis Foundation im Rahmen ihrer Kulturinitiative „experimente“ unterstützte.

Für die Produktion dieses elektronischen Ausstellungsführers hatte sich das Deutsche Filmmuseum drei Jahre Zeit genommen und insgesamt rund 60 Kinder und Jugendliche aus ganz unterschiedlichen Frankfurter Stadtteilen einbezogen. Die Jugendlichen bestimmten wesentliche Inhalte des Guides und erarbeiteten für dessen Hauptzielgruppe – Kinder, Jugendliche und Familien – Beiträge zu den von ihnen ausgewählten Exponaten der Dauerausstellung. Dieser Perspektivwechsel war nicht nur für die Entwicklung des Guides selbst essentiell, auch für zukünftige Filmbildungsformate konnte das Museum daraus wichtige Schlussfolgerungen ziehen. Auf der Suche nach den interessantesten Aspekten erschlossen sich die Heranwachsenden in drei Altersgruppen jeweils über sechs Monate das Museum und seine Dauerausstellung und recherchierten zu verschiedenen Themen.

Was sich hinter den Kulissen eines Museums abspielt, erkundete eine Gruppe von Viertklässlern zwischen neun und zehn Jahren. Sie führten Interviews mit Archivleitern, dem Haustechniker, dem Filmvorführer und der Direktorin, die als kurze Filmbeiträge im Guide zu sehen sind. Die zweite Gruppe mit 16- bis 18-Jährigen setzte sich mit den Exponaten in der Dauerausstellung auseinander, bei denen es um das filmische Erzählen und die filmsprachlichen Mittel geht. Eine dritte Gruppe, 13 Jugendliche zwischen zwölf und 15 Jahren, tauchte ein in die Vor- und Frühgeschichte des Films. Die Workshop-Teilnehmer porträtierten ihre ausgewählten Stücke mit selbstverfassten Texten, die sie im Tonstudio einspielten – als Audiobeiträge mit Fotos und selbstgedrehten Videosequenzen unterlegt – im  Multimediaguide abrufbar.

Alle drei Gruppen wurden in Workshops auf ihre Aufgaben vorbereitet und arbeiteten sich nach und nach spielerisch in filmgeschichtliche wie filmanalytische Themen und Techniken ein. Dabei konnte das Museum für die Workshops nicht nur die wichtigsten deutschen Filmvermittler gewinnen, sondern auch Restauratoren, Maskenbildner, Lichttechniker, Musiker und bekannte Schriftsteller, Filmemacher und Animationskünstler.

Dieses Projekt, das kulturelle Bildung und die Auseinandersetzung mit filmischen Medien zusammenführt, entspricht im besonderen Maße den Zielen der Kulturinitiative „eXperimente“, die die Aventis Foundation aus Anlass ihres zehnjährigen Bestehens im Jahre 2006 zur Förderung von Kulturprojekten im Rhein-Main-Gebiet ins Leben gerufen hat. Hierzu zählen neben Maßnahmen zur Nachwuchsförderung in den Bereichen Musik, Bildende Kunst und Literatur auch Initiativen, die Kinder und Jugendliche an kulturelle Themen heranführen. Bislang wurden im Rahmen dieser Reihe 58 Projekte mit einem Gesamtvolumen in Höhe von mehr als 2,4 Mio. Euro gefördert. 2017 wurde die Reihe weiterentwickelt, zur Kulturinitiative „experimente#digital“. Damit unterstützt die Stiftung Kulturinstitutionen, die besondere digitale Projektideen konzipieren und realisieren, um so die Herausforderungen durch die Netzwelt konstruktiv aufzugreifen und für die eigene zielgruppengerechte Arbeit zu nutzen. 

Die Aventis Foundation ist eine unabhängige, gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Frankfurt am Main. Sie dient der Förderung von Kunst und Kultur sowie von Wissenschaft, Forschung und Lehre. Sie wurde 1996 als Hoechst Foundation gegründet und ist mit einem Stiftungskapital von 50 Mio. Euro ausgestattet. Im Jahr 2000 wurde die Stiftung in Aventis Foundation umbenannt. 

Foto: Multimediaguide, Deutsches Filminstitut © Sabine Imhof