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Gegenwartsdramatik am Berliner Ensemble

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Unter der neuen Intendanz von Oliver Reese eröffnete das Berliner Ensemble mit dem Kleinen Haus im September seine zweite Spielstätte. Die Premierengäste erlebten die deutsche Erstaufführung des Stückes „Nichts von mir“ des norwegischen Autors Arne Lygre, die von der Aventis Foundation gefördert wurde. 

Die Stiftung unterstützt in einem nachhaltigen Programm über drei Jahre die Ur- und Erstaufführungen am Berliner Ensemble. Damit soll das Theater in die Lage versetzt werden, seine Tradition als Autorentheater im Sinne Berthold Brechts wieder zu beleben und das Berliner Ensemble zu einem Theater für Gegenwartsdramatik zu machen. Die Stücke und Stoffe des Hauses sollen das Publikum direkt angehen, mit Problemen und Fragestellungen, die uns alle betreffen und mit Figuren, die unserer Wirklichkeit nahe sind. Neben den Stücken der „klassischen Moderne“ sollen vor allem Ur- und Erstaufführungen zeitgenössischer nationaler und internationaler Dramatiker den Schwerpunkt im Spielplan bilden. Außerdem will das Berliner Ensemble selbst Stoffe von gesellschaftlicher und politischer Relevanz dramatisieren und strebt dazu eine enge Zusammenarbeit mit Autoren, Schriftstellern und Verlagen an.

Der erste Partner ist Arne Lygre, geboren 1968 in Norwegen. Er hatte 1998 als Dramatiker debütiert und wurde bereits mehrfach ausgezeichnet. Seine Stücke wurden vielfach übersetzt und in mehreren Ländern Europas inszeniert. „Nichts von mir“ wurde 2014 in Stockholm uraufgeführt und jetzt am Berliner Ensemble als deutschsprachige Erstaufführung inszeniert. Das Stück verhandelt die Liebe in ihrer Illusion und Wirklichkeit – legt Macht und Ohnmacht der Sprache offen. Die Figuren verfolgen ihre Spuren, teilweise selbst gewählt, teilweise prädestiniert, und suchen nach einem Ausweg im neuen, verheißungsvollen gemeinsamen Lebensentwurf, der tödlich endet. 

Im Dezember wird mit Victor Hugos „Les Miserables“ das Thema Armut am Rande der Gesellschaft verhandelt. Trotz der Popularität des mehrfach verfilmten und in ein Musical umgearbeiteten Stoffes, wird der Roman in der Regie von Frank Castorf zum ersten Mal auf einer deutschsprachigen Theaterbühne zu sehen sein.

Die Aventis Foundation ist eine unabhängige, gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Frankfurt am Main. Sie dient der Förderung von Kunst und Kultur sowie von Wissenschaft, Forschung und Lehre. Sie wurde 1996 als Hoechst Foundation gegründet und ist mit einem Stiftungskapital von 50 Mio. Euro ausgestattet. Im Jahr 2000 wurde die Stiftung in Aventis Foundation umbenannt. 

Foto: Berliner Ensemble, Nichts von mir © Julian Röder