kulturMut - eine Crowdfunding-Initiative der Aventis Foundation

Konzerte für Querhörer

kulturMut - eine Crowdfunding-Initiative der Aventis Foundation

Anfang Oktober startete die Kooperative New Jazz mit der Performance „Analoge Zombies“ eine neue Staffel der fünfteiligen Konzertreihe „Panakustika“ im Hörsaal des Museums Wiesbaden. Dieses Mal werden die Zuhörer und Zuschauer an die Grenzen zwischen Neuer Musik, Improvisation und Popularmusik herangeführt. Wieder werden verschiedene musikalische Szenen miteinander verbunden, die sonst allzu oft berührungslos nebeneinander existieren. Die Konzertreihe wurde mitfinanziert und gefördert im Rahmen der Crowdfunding-Initiative „kulturMut“ von Aventis Foundation und Kulturfonds Frankfurt RheinMain.  

Diese vierte Auflage von „Panakustika – Konzerte für Querhörer“, widmet sich dem Zeitalter der analogen, rollenden Medien. Kassettenrecorder, Schallplatte und Bandmaschine verkörpern das Lebensgefühl von Generationen. Kritisch, doch auch voller Bewunderung werden sie von der heutigen komponierenden und improvisierenden Avantgarde betrachtet und genutzt. Sie waren auch zentraler Bestandteil des Auftaktkonzertes an diesem Abend. „Analoge Zombies“ nennt der Freiburger Komponist und Performer Thomas Wenk seine high-end Kassettenrecorder der 1980er Jahre, die er zu neuem Leben erweckte und ihre jeweiligen Eigenheiten in seinen Kompositionen und Improvisationen verarbeitete. Als Kontrapunkt und spannungsreicher Improvisations-Partner scratchte und wirbelte der Franzose Alexis Malbert an seinem eigens entwickelten Kompaktkassetten-Instrument „Tapetronic“ über die Magnetköpfe und entlockte ihnen einen fulminanten Sound an der Grenze des Tanzbaren. Dazwischen präsentierte das Ensemble „Hand Werk“ kammermusikalisch anmutende Kompositionen von Thomas Wenk und Niklas Seidel, in denen Kassettenrecorder zu Musikinstrumenten wurden. In Verbindung mit Klavier, Cello, Querflöte und anderen Klangerzeugern entstanden aus mechanischen Geräuschen, Aufnahmefetzen und Tönen ungewöhnliche Tonfolgen. So erlebten die Besucher einen faszinierenden Grenzgang neuer Musik. 

Die Kooperative New Jazz Wiesbaden e.V. engagiert sich seit ihrer Gründung 1979 für die Förderung des modernen Jazz und anderer zeitgenössischer Musik in Wiesbaden. Zahlreiche Veranstaltungen mit international renommierten Künstlern und Newcomern hat der Verein in der Vergangenheit organisiert und erhielt 2008 den Wiesbadener Kulturpreis. Der Cellist und Absolvent der Ensemble Modern Akademie Jan-Filip Tupa hatte als Mitglied des Vereins, als Kurator und Veranstalter der Konzertreihe über die Crowdfunding-Initiative „kulturMut“ Unterstützer geworben. Diese von der Aventis Foundation und der Internet Plattform Startnext entwickelte Initiative wurde 2016-17 mit dem Kulturfonds Frankfurt RheinMain als Partner zum vierten Mal durchgeführt. So konnten mit den Beiträgen der Unterstützer und dem Preisgeld von Stiftung und Kulturfonds Werbematerialien, Reisekosten und vor allem Honorare für die Künstler und für den Kompositionsauftrag an Steffen Kerber zum Abschlusskonzert im Februar 2018 mitfinanziert werden. 

Die Aventis Foundation ist eine unabhängige, gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Frankfurt am Main. Sie dient der Förderung von Kunst und Kultur sowie von Wissenschaft, Forschung und Lehre. Sie wurde 1996 als Hoechst Foundation gegründet und ist mit einem Stiftungskapital von 50 Mio. Euro ausgestattet. Im Jahr 2000 wurde die Stiftung in Aventis Foundation umbenannt. 


Foto: Analoge Zombies, Panakustica, Kooperative New Jazz © Thomas Wenk