Historisches Museum Frankfurt

Das neue Stadtmuseum – analog und digital

Historisches Museum Frankfurt

Mit der Eröffnung des Ausstellungshauses Anfang Oktober wurde der Neu- und Umbau des Historischen Museums Frankfurt abgeschlossen. Im neuen Museumsquartier wird der Wandel vom Fachmuseum für Geschichte zum modernen Stadtmuseum sichtbar. Dazu gehört auch die Umsetzung einer Strategie, die mit einer Reihe von digitalen Projekten das neue Stadtmuseum erweitert und für die Bürgerinnen und Bürger zu einem zeitgemäßen und dynamischen Ort der Wissensvermittlung und Auseinandersetzung mit der Stadtgesellschaft macht. Die Aventis Foundation förderte dieses Konzept, seine Umsetzung und seine Erprobung in einer auf drei Jahre angelegten Partnerschaft seit 2016.

Der neu gestaltete Internetauftritt bildet als Museumsportal das Dach des digitalen Museums und ist der Zugang zu allen Angeboten. Mit digitalen Touren und online bereitgestelltem Hintergrundwissen zu den ausgestellten Objekten kann der Museumsbesuch vor- und nachbereitet werden. In einem Login-Bereich kann man sich mit eigenen Beiträgen beteiligen und online arbeiten. So auch auf der Unterseite Stadtlabor Digital, auf der durch die Zusammenarbeit der Nutzer eine wachsende Sammlung von ortsspezifischem Frankfurt-Wissen entstehen wird. Hiervon wird eine wechselnde Auswahl an Beiträgen in der Dauerausstellung „Frankfurt Jetzt!“ gezeigt werden. Der Multimediaguide leitet die Besucher mit zielgruppenspezifischen und themenorientierten Touren durch das Ausstellungshaus und wird durch Rundgänge in Gebärdensprache und Audiodeskription ergänzt. Der Guide kann auf Leihgeräten oder als Download auf dem eigenen Smartphone bedient werden und so auch schon vor dem Museumsbesuch zur Einstimmung genutzt werden. Im Bereich Sammlung online werden in einem ersten Schritt die Objekte der neuen Dauerausstellung „Frankfurt Einst?“ online verfügbar, bearbeitbar und weiter nutzbar gemacht. Zu den Exponaten werden Hintergrundinformationen gezeigt, die durch persönliche Anmerkungen und Geschichten zum Objekt ergänzt werden können. 

All diese digitalen Angebote sind eingebunden in einen intensiven Austausch mit der dabei entstehenden „Community“. Neben der Kommunikation auf Facebook, Twitter, Instagram, YouTube und dem Museumsblog lädt das Museum die Onlinenutzer zu regelmäßigen Veranstaltungen und Workshops ein, um eine Vernetzung untereinander und mit dem Museum selbst zu fördern. Diese umfassende digitale Museumspraxis ermöglicht eine verbesserte Interaktion, direkte Vernetzung und partizipative Mitgestaltung des Museums. Sie schafft eine neue Dimension an der Schnittstelle von analoger und digitaler Welt, die die Aventis Foundation unterstützt und fördert – als zukunftsweisenden Weg und Erfahrungsfeld – auch für andere Museen und Kulturinstitutionen.  

Die Aventis Foundation ist eine unabhängige, gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Frankfurt am Main. Sie dient der Förderung von Kunst und Kultur sowie von Wissenschaft, Forschung und Lehre. Sie wurde 1996 als Hoechst Foundation gegründet und ist mit einem Stiftungskapital von 50 Mio. Euro ausgestattet. Im Jahr 2000 wurde die Stiftung in Aventis Foundation umbenannt. 


Foto: Digitale Museumspraxis © Historisches Museum Frankfurt, Stefanie Kösling