Ensemble Modern, Home

Klangpotentiale erkunden

Ensemble Modern, Home

Mit „Tectonics“ präsentierte das Ensemble Modern Ende November ein Format, das die Grenzen innerhalb der neuen Musik öffnete und Musiker verschiedener Spielarten zeitgenössischer Musik zusammenführte. Ausgerichtet auf zwei besondere Spielorte in Wiesbaden – den Nassauischen Kunstverein und das Foyer des Hessischen Staatstheaters – kuratierte der Dirigent Ilan Volkov zwei zusammenhängende Performances, die von der Aventis Foundation gefördert wurden. Diese Konzerte waren inhaltlicher Höhepunkt des internationalen Festivals “cresc… Bienale für Moderne Musik Frankfurt Rhein Main“, das zum vierten Mal von Ensemble Modern und hr-Sinfonieorchester mit verschiedenen Kooperationspartnern der Region konzipiert und realisiert wurde.

In den Veranstaltungen „Mosaic I“ und „Mosaic II“ präsentierten Mitglieder des Ensemble Modern gemeinsam mit internationalen und lokalen Gästen Werke aus dem Bereich der klassischen zeitgenössischen Musik, der Improvisation und der Klangkunst sowie aktuelle Positionen aus der experimentellen und elektronischen Musik. Die Programme waren mit Blick auf die jeweiligen Spielorte entworfen worden und mit ergänzenden Klanginstallationen in die bestehenden Strukturen vor Ort eingebettet. Im Zentrum standen zwei eigenwillige Protagonisten – der Amerikaner Alvin Lucier und die Französin Éliane Radigue. In den Stücken Luciers wurden Klangpotentiale erkundet: Die Musikalität einer Triangel, die gemeinsamen oder gegensätzlichen Schwingungen eines Kontrabasses und eines Sinuswellengenerators sowie die Resonanzen eines Klaviers und einer Teekanne bei der Interpretation eines Beatles-Songs. In Radigues aktuellen Kompositionen steht die Auseinandersetzung mit dem Nicht-Elektronischen. Seit 2004 sind in der Werkreihe „Occam“ 22 Solostücke entstanden, von denen eines für Harfe und eines für Viola solo an diesem Abend präsentiert wurden. Ausgehend von den Impulsen dieser beiden Komponisten wurde ein Programm zusammengestellt, dessen Stücke, Improvisationen und Installationen sich mit kontinuierlicher, zurückhaltender Klanggestaltung beschäftigten und Alltagsobjekte zu Instrumenten machten. 

Das Ensemble Modern und die Aventis Foundation verbindet eine langjährige Partnerschaft. Die Stiftung unterstützt das Ensemble seit Gründung der ersten symphonischen Formation, förderte den Aufbau eines Repertoires von zeitgenössischem Musiktheater und finanziert, neben der Förderung einzelner Projekte, seit 2002 einen „Chair“ im Orchester und damit pauschal die Kosten für einen Musiker des Ensembles.

Die Aventis Foundation ist eine unabhängige, gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Frankfurt am Main. Sie dient der Förderung von Kunst und Kultur sowie von Wissenschaft, Forschung und Lehre. Sie wurde 1996 als Hoechst Foundation gegründet und ist mit einem Stiftungskapital von 50 Mio. Euro ausgestattet. Im Jahr 2000 wurde die Stiftung in Aventis Foundation umbenannt. 

Foto: Paul Canon “A tribute to James Tenney – für Kontrabass und Sinuswellengenerator” von Alvin Lucier © Ensemble Modern, Ben Knabe