Goethe-Universität Frankfurt

Komplexität als interdisziplinäres Forschungsprojekt

Goethe-Universität Frankfurt

Die zunehmende Komplexität in Forschung und Gesellschaft wird beschleunigt durch neue Phänomene wie Big Data, Digitalisierung, Migrationsströme, Technologisierung und Automatisierung. Daraus ergibt sich für die Wissenschaft die Pflicht, Strategien für einen erfolgreichen Umgang mit Komplexität und für die Lösung komplexer Probleme aufzuzeigen. 

Die Auseinandersetzung mit diesen Erwartungen ist einer von vielen Aspekten des seit Anfang 2017 bestehenden Forschungsprojektes „Komplexität in Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft“, in dem Forscherinnen und Forscher der Goethe-Universität aus verschiedenen Fachrichtungen zusammenarbeiten. Nach der Unterstützung einer erfolgreichen Pilotphase durch die Aventis Foundation hat die Stiftung jetzt die Förderung für weitere zwei Jahre zugesagt. Wichtiger Bestandteil des Projektes werden Aventis-Fellowships sein, in deren Rahmen Gastwissenschaftlerinnen und Gastwissenschaftler an das Forschungskolleg Humanwissenschaften (FKH) der Goethe-Universität eingeladen werden. Dort ist das Projekt administrativ angesiedelt. 

Übergreifendes Ziel des Projektes ist es, unterschiedliche Konzepte von Komplexität und deren theoretische Begründung aus einer fächerübergreifenden Perspektive zu untersuchen und damit nicht nur neue Muster für den praktischen Umgang mit Komplexität aufzuzeigen, sondern auch neue Einsichten für die wissenschaftliche Forschung selbst zu erhalten. Ein Ausgangspunkt ist der Blickwinkel der Wissenschaftsphilosophie. Sie definiert Komplexität als Eigenschaft von Systemen, die aufgrund des Zusammenwirkens ihrer Elemente ein unerwartetes und nicht zu prognostizierendes Verhalten zeigen. Die Fragen, ob und wie eine solche Definition sowohl auf naturwissenschaftliche Systeme als auch auf soziale Systeme angewandt werden kann, liegen auf der Hand und verdeutlichen die Notwendigkeit interdisziplinären Arbeitens. 

Das Projekt verbindet die Natur-und Lebenswissenschaften mit den Geistes- und Sozialwissenschaften. Es führt ein Forschungsteam aus zwei voneinander getrennt gelegenen Standorten der Universität, dem Campus Westend und dem Campus Riedberg, zusammen. Die Zusammenarbeit der Forscherinnen und Forscher im Rahmen des Projektes und die Förderung durch die Aventis Foundation zielen darauf ab, das Projekt soweit zu entwickeln, dass ein Antrag bei einer der großen forschungsfördernden Institutionen gestellt werden kann, um die Arbeiten in einem erweiterten Rahmen fortsetzen zu können.

Die Aventis Foundation ist eine unabhängige, gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Frankfurt am Main. Sie dient der Förderung von Kunst und Kultur sowie von Wissenschaft, Forschung und Lehre. Sie wurde 1996 als Hoechst Foundation gegründet und ist mit einem Stiftungskapital von 50 Mio. Euro ausgestattet. Im Jahr 2000 wurde die Stiftung in Aventis Foundation umbenannt.