Oper Frankfurt

Magische Momente des Musiktheaters

Oper Frankfurt

Anfang Juli präsentierte die Oper Frankfurt mit der Uraufführung der Operette „Anna Toll – oder Die Liebe der Treue“ von Michael Langemann in Kombination mit der Neuinszenierung von Arnold Schönbergs „Pierrot lunaire“ einen Abend zeitgenössischen Musiktheaters im Bockenheimer Depot, der von der Aventis Foundation ermöglicht wurde. In einer dreijährigen Partnerschaft unterstützt die Stiftung ab der Spielzeit 2015/16 als Hauptförderer die Ur- und Erstaufführungen des Opernhauses. So schafft sie ein solides Fundament an Planungssicherheit für die  Entwicklung von jährlich zwei innovativen Inszenierungen und unterstützt das Bestreben der mehrfach prämierten Oper Frankfurt, künstlerische Qualität auf hohem Niveau zu bieten.

Der Komponist Michael Langemann, 1983 in Moskau geboren, stützte sein Werk auf die luftigen, impressionistischen Skizzen des berühmten Einakters „Anatol“ von Arthur Schnitzler und machte aus der ein wenig snobistischen, melancholischen und erotomanischen männlichen Figur eine „Anna Toll“ unserer Zeit, die mit den Rollenklischees spielte. In diesem Auftragswerk der Oper Frankfurt wurde die Geschichte über selbstloser Liebe und Treue – über quälenden Zweifel und Verzicht – von einer kammermusikalischen Tonsprache getragen, die die Figuren filigran portraitierte und mit Zitaten unterschiedlicher Formen des Musiktheaters spielte.

Das Melodram „Pierrot lunaire“ von Arnold Schönberg, 1874-1951, basiert auf den Gedichten des belgischen Dichters Albert Giraud, die Schönberg zu neuen Ausdrucksformen inspirierten und einen Meilenstein der Moderne entstehen ließen. Dabei entwickelte er ein grundlegend neues Verhältnis zwischen Sprechstimmen und Instrumenten, denen er eine eigenständige Ausdrucksform verlieh, die sie zu mehr als einer vordergründige Illustration des Textes machte. Er verband die atonalen, atmosphärisch dichten und scheinbar sprechenden Gebärden des Kammerensembles mit einer Stimme, die zum ersten Mal in Schönbergs Schaffen durchgängig als rhythmischer Sprechgesang in festgelegten Tonhöhen gestaltet und damit in ihrer Bedeutung reduziert wurde.

Der Oper Frankfurt spannte mit der Verbindung dieser beiden Werke einen Bogen vom Aufbruch der Moderne bis zu Formen aktueller zeitgenössischer Musik und schuf ein Abend, an dem die Besucher „wahrhaft magische Momente des Musiktheaters“ erleben konnten – wie es Intendant Bernd Loebe formulierte.   

Die Aventis Foundation ist eine unabhängige, gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Frankfurt am Main. Sie dient der Förderung von Kunst und Kultur sowie von Wissenschaft, Forschung und Lehre. Sie wurde 1996 als Hoechst Foundation gegründet und ist mit einem Stiftungskapital von 50 Mio. Euro ausgestattet. Im Jahr 2000 wurde die Stiftung in Aventis Foundation umbenannt. 

Foto: Anna Toll – oder Die Liebe der Treue © Oper Frankfurt, Monika Rittershaus