kulturMut - eine Crowdfunding-Initiative der Aventis Foundation

Un-Ruhe in Musik und Tanz

kulturMut - eine Crowdfunding-Initiative der Aventis Foundation

Im Rahmen ihres alle zwei Jahre stattfindenden, spartenübergreifenden Festivals „Freispiel“ erkundet die Junge Deutsche Philharmonie künstlerisches Neuland – dieses Jahr Mitte August mit der Premiere von „Un/Ruhe“ in Darmstadt – als Auftakt zu einer Tournee mit weiteren vier Konzerten in Berlin und Weimar. Dieses innovative Format, das Tanz und Musik verschmelzen lässt, wurde durch die Crowdfunding-Initiative „kulturMut“ der Aventis Foundation mitfinanziert und gefördert.

Im Zentrum der Aufführung stand Rebecca Saunders Violinkonzert „Still“, das 2011 mit der Violinistin Carolin Widmann und dem Dirigenten Sylvain Cambreling uraufgeführt wurde. Beide wirkten auch bei dieser Neukonzeption mit, für die Rebecca Saunders ihr Werk erweitert und ein musikalisches Scharnier zwischen den vorhandenen Teilen komponiert hatte. Ausgehend von diesem neuen musikalischen Material entwickelten die Tänzerinnen und Tänzer der Company Sasha Waltz & Guests eine Choreografie, deren avantgardistische Ausdrucksform unmittelbar und eindringlich spüren ließ, wie sich Musik und Tanz gegenseitig bedingen und in ihrer Wirkung steigern können. Eingerahmt wurde dieses Werk von zwei Komponisten, die mit ihren Arbeiten in ihrer Zeit ebenfalls für Unruhe gesorgt hatten: Das Vorspiel zu Richard Wagners „Tristan und Isolde“ war bei seiner Uraufführung 1860 wegen seiner Radikalität vom Publikum abgelehnt worden. Gut zwei Generationen später vereinigte der Schönberg-Schüler Alban Berg fünf sinfonische Stücke aus seiner Oper „Lulu“ zu einer Suite für Orchester und Koloratur-Sopran, die in ihrer atonalen Konstruktion 1934 eine Hetzkampagne der nationalsozialistischen Machthaber auslöste. All diese Spannungen brachten die Studierenden der Jungen Deutschen Philharmonie zum Ausdruck, die auch für dieses Konzert ihre eigene Dramaturgie des Programmablaufs entworfen hatten. 

Die Atmosphäre dieses Abends war besonders dicht, da sich viele Zuschauer bereits als Unterstützer im Rahmen der Crowdfunding Initiative „kulturMut“ engagiert hatten, die von der Aventis Foundation und der Internet Plattform Startnext entwickelt und 2015 zum dritten Mal durchgeführt wurde. So konnten mit den Beiträgen der Unterstützer und dem Preisgeld der Aventis Foundation gezielt die Produktionskosten in der Probenphase mitfinanziert werden. Darüber hinaus fördert die Stiftung die Konzeption und Produktion der Festival-Tournee insgesamt.

Die Aventis Foundation ist eine unabhängige, gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Frankfurt am Main. Sie dient der Förderung von Kunst und Kultur sowie von Wissenschaft, Forschung und Lehre. Sie wurde 1996 als Hoechst Foundation gegründet und ist mit einem Stiftungskapital von 50 Mio. Euro ausgestattet. Im Jahr 2000 wurde die Stiftung in Aventis Foundation umbenannt. 


Foto: Junge Deutsche Philharmonie, Freispiel 2016, Berlin  ©  Achim Reissner