Kultur Berlin

Klassik trifft Club

Kultur Berlin

Bereits zum zweiten Mal präsentierte die Junge Norddeutsche Philharmonie Anfang August im sommerlichen Berlin mit „sacre auf e“ ein offenes, innovatives Konzertformat, das wieder von der Aventis Foundation gefördert wurde. Das 2010 gegründete Jugendorchester, mit ca. 120 Musikern im Alter von 18 bis 24 Jahren, begeisterte gemeinsam mit seinem Dirigenten Christoph Altstaedt, dem Cellisten Nicolas Altstaedt und den Elektro-Künstlern Marco Mlynek, Julian Maier-Hauf und Juri de Marco ein neues, junges Publikum für die Klassik und fügte dem eher konservativen, teilweise starren Klassikbetrieb eine eigene, hierarchiefreie Lebenswelt hinzu.

Im Funkhaus Nalepastraße – einem außergewöhnlichen Gebäude des ehemaligen DDR-Rundfunk in Berlin  auf einem nahezu unberührten Gelände direkt an der Spree – wurde ein über zehnstündiges Programm geboten, dass zu einem Ausflug einlud, der mehr war als ein Konzert oder eine Party. Nach einem „Ankommen und Eingrooven“ am Nachmittag zu elektronischen Klängen an der Spree wurde im Großen Sendesaal Henri Dutilleuxs Konzert für Cello und Orchester „Tout un Monde Lointain“ präsentiert. Zeitgleich fand im Außenbereich eine Performance des von Mitgliedern der JNP gegründeten Ensembles „#freesextett“ statt, bei der traditionelle Instrumente wie Geige, Tuba, Klavier und Flöte gemeinsam mit elektronischen Geräten eine neue Klangwelt zwischen Tanzbarkeit und Anspruch schufen. Am Abend spielte die JNP wieder im Großen Sendesaal mit „Le Sacre du Printemps“ von Igor Stravinsky eines der bekanntesten und immer noch vitalsten Werke der klassischen Moderne. Unmittelbar danach folgte mit „sacre auf e“ eine eigens für dieses Konzert im Funkhaus kreierte und von Stravinsky inspirierte Musik-Collage mit einem entfesselten und teilweise improvisierten Zusammenspiel von Orchester und Elektro-Virtuosen. Auf der anschließenden Aftershow-Party mit Musik von DJ Maier-Hauf feierten und diskutierten Musiker und Gäste bis in die frühen Morgenstunden.

Mit dieser Fusion von klassischer Musik und Live-Elektro unterstützte die Aventis Foundation ein Format, in dem Musiker und Publikum ohne Berührungsängste gemeinsam die Relevanz unterschiedlicher Stile und deren gemeinsamen Nenner erleben und erspüren konnten.

Die Aventis Foundation ist eine unabhängige, gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Frankfurt am Main. Sie dient der Förderung von Kunst und Kultur sowie von Wissenschaft, Forschung und Lehre. Sie wurde 1996 als Hoechst Foundation gegründet und ist mit einem Stiftungskapital von 50 Mio. Euro ausgestattet. Im Jahr 2000 wurde die Stiftung in Aventis Foundation umbenannt. 


Foto:  Junge Norddeutsche Philharmonie © Christian Schreiber