Kultur Berlin

111 Musiker und ein DJ

Kultur Berlin

Mit einem Konzert in der Arena Berlin gelang der Jungen Norddeutschen Philharmonie Anfang August ein inhaltlicher Brückenschlag zwischen den Sinfonien von Bernstein und Strawinsky und der elektronischen Musik des Nachwuchskünstlers und DJ Julian Maier-Hauff. Durch das von der Aventis Foundation geförderte neuartige Konzertformat erhielt ein junges Publikum Zugang zur Interpretation klassischer Musik, die ihren Weg aus dem Konzerthaus in die industriell geprägte Architektur einer Halle aus den 20er Jahren gefunden hatte – sonst eher bekannt für Festivals und Partys.

Unter der Leitung des jungen Dirigenten Alexander Shelley entstand ein innovatives  Konzertprogramm ohne wahrnehmbare Pausen zwischen klassischer Musik und der Klangsprache partytauglicher Elektro-Sets, mit denen die sinfonischen Ausdrucksformen des Orchesters weitergetrieben wurden. Den idealen Einstieg für diese Verbindung bildeten die packenden Rhythmen und mitreißenden Melodien der „West Side Story“ von Leonard Bernstein. Im Raumkonzert „Meeresbrandung“ von Sven Daigger verteilten sich die Orchestermusiker an verschiedenen Stellen in der Halle und erzeugten einen wellenartigen Klang, der den ganzen Raum mit akustischer Musik erfüllte und dann elektronisch weitergetragen wurde. Die grandiosen Schlussklänge bildete die „Feuervogel-Suite“ von Igor Stravinsky, in deren wachsende Dynamik der DJ einstieg und damit zur abschließenden Aftershow-Party im Arena Club überleitete.  

Die in die Halle ragende Bühne mit unterschiedlichen Ebenen, die Art der Bestuhlung und das Lichtdesign in der abgedunkelten Halle schufen eine Atmosphäre, durch die das Publikum in das Geschehen einbezogen wurde. Es war eingeladen, sich im Raum zu bewegen, den unterschiedlichen Klang in der Halle zu erforschen und zur rhythmischen Musik des Orchesters und zu den DJ-Sets zu tanzen. Die Junge Norddeutsche Philharmonie will in den nächsten Jahren mit weiteren Konzertformaten experimentieren, in die unterschiedliche Kunstsparten einbezogen werden.

Die Aventis Foundation ist eine unabhängige, gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Frankfurt am Main. Sie dient der Förderung von Kunst und Kultur sowie von Wissenschaft, Forschung und Lehre. Sie wurde 1996 als Hoechst Foundation gegründet und ist mit einem Stiftungskapital von 50 Mio. Euro ausgestattet. Im Jahr 2000 wurde die Stiftung in Aventis Foundation umbenannt.

Foto:  Junge Norddeutsche Philharmonie © Moritz Tschermak