kulturMut - eine Crowdfunding-Initiative der Aventis Foundation

Der große Krieg und die Frauen

kulturMut - eine Crowdfunding-Initiative der Aventis Foundation

Ende April kamen in der Zentralbibliothek der Frankfurter Stadtbücherei Zeitzeugen zu Wort, die die Schrecken des Krieges aus Sicht der Frauen zu einem eindringlichen Friedensappell verdichteten. In einer Theaterinstallation, die im Rahmen der Crowdfunding-Initiative „kulturMut“ der Aventis Foundation ausgezeichnet und mitfinanziert wurde, erlebte man authentische Filminterviews, die die Filmemacherin Pola Sell mit 13 Frauen geführt und aufgezeichnet hatte. Darin stellten sie sich ihren Erinnerungen an den ersten Weltkrieg und den Familiengeschichten, die ihnen von ihren Müttern weitergegeben worden waren. Ergänzt durch die Zitate prominenter weiblicher Vertreterinnen dieser Zeit wie Rosa Luxemburg, Selma Lagerlöf, Käthe Kollwitz und Virginia Woolf entstand ein virtueller Dialog, in dem die Schauspielerin Barbara Englert den wechselnden Protagonisten Leben und Gestalt verlieh.

Der Musiker und Soundkünstler Rafael Sotomayor untermalte und strukturierte durch eindringliche Musiksequenzen mit sich wiederholenden Grundmustern die Dramaturgie der Performance. Zwischen zwei korrespondierenden, großen Plasmascreens bildete ein Sessel, in den Textblätter und handschriftliche Notizen gestopft waren, das Zentrum der Bühne im Forum der Zentralbibliothek. Viele der interviewten Frauen waren persönlich anwesend und machten diesen Abend zu einem intensiven, emotionalen Erlebnis.

Anlass für diese Aufführung war der Jahrestag des „Internationalen Frauenfriedenskongresses“, der Ende April 1915 im niederländischen Den Haag stattgefunden hat. An dessen Ende hatten über tausend Teilnehmerinnen  aus 12 Nationen eine Proklamation gegen „Wahnsinn und Horror des Krieges“ formuliert und besonders auf die Leiden der Frauen in allen kriegsführenden Staaten hingewiesen.

Ermöglicht wurde diese Theaterinstallation durch die Crowdfunding Initiative „kulturMut“, die von der Aventis Foundation und der Internet Plattform Startnext entwickelt und 2014 zum zweiten Mal durchgeführt wurde. Es beteiligten sich einzelne Künstler, Künstlergruppen und studentische Initiativen bis hin zu öffentlichen Kulturinstitutionen mit 28 Projekten aus den Bereichen Bildende Kunst, Musik, Theater, Tanz, Film, Literatur und Ausstellung – darunter zwei Festivals, ein Audiowalk, zwei Debütalben und eine Graphic Novel. Die Bewerber mobilisierten mehr als 5.500 Unterstützer, die insgesamt rund 150.000 € auf die Crowdfunding-Konten einzahlten. Hinzu kam eine Fördersumme der Aventis Foundation in Höhe von knapp 235.000 €. Am Ende waren 23 der teilnehmenden Projekte voll finanziert und können 2015 verwirklicht werden.

Die Aventis Foundation ist eine unabhängige, gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Frankfurt am Main. Sie dient der Förderung von Kunst und Kultur sowie von Wissenschaft, Forschung und Lehre. Sie wurde 1996 als Hoechst Foundation gegründet und ist mit einem Stiftungskapital von 50 Mio. Euro ausgestattet. Im Jahr 2000 wurde die Stiftung in Aventis Foundation umbenannt.

Foto: Der große Krieg und die Frauen © be-frankfurt