Rolf Sammet-Fonds der Aventis Foundation

Die Arbeit biochemischer Nanomaschinen aufklären

Rolf Sammet-Fonds der Aventis Foundation


Mit Dr. Helmut Grubmüller erhält ein weltweit anerkannter Experte auf dem Gebiet der Theoretischen und Computergestützten Biophysik die Auszeichnung der diesjährigen Rolf Sammet-Gastprofessur für seine Grundlagenforschung zur Funktion komplexer Proteine in der Zelle.

Diese als Nano-Maschinen bezeichneten Proteine sind mit einem Durchmesser von einem 10 Millionstel Millimeter die kleinsten Motoren der Welt. Um ihre Rolle unter anderem bei der Energieumwandlung in den Zellen bis ins atomare Detail aufzuklären, hat die Arbeitsgruppe von Helmut Grubmüller aufwendige Computersimulationen gemacht, deren Komplexität durch die zweijährige Rechenzeit eines Großcomputers deutlich wird. Auch seine Erkenntnisse zu Funktionsstörungen bei der Beseitigung beschädigter oder ausgedienter Proteine in den Zellen, die an der Entstehung von Krankheiten wie Krebs, Alzheimer oder Parkinson beteiligt sind, leisten einen wichtigen Beitrag zur medizinischen Grundlagenforschung.

Helmut Grubmüller, Jahrgang 1965, hat an der Technischen Universität München Physik studiert und dort 1994 auch promoviert. Nach einem EMBO-Stipendium an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich gründete er 1998 am Max-Planck-Institut für Biophysikalische Chemie in Göttingen die Arbeitsgruppe „Theoretische molekulare Biophysik“.  Seit 2005 ist er Direktor dieses Max-Planck-Instituts.

Die Rolf Sammet-Gastprofessur zählt zu den ältesten Gastprofessuren an der Goethe-Universität. Sie wurde 1985 von der Hoechst Aktiengesellschaft gestiftet und wird heute vom Rolf Sammet-Fonds der Aventis Foundation in Zusammenarbeit mit der Goethe-Universität vergeben. Ihr Schwerpunkt liegt im Bereich der Lehre. Jedes Jahr wird ein international renommierter Wissenschaftler auf dem Gebiet der Chemie/Biochemie nach Frankfurt eingeladen, um sein Forschungsgebiet und seine aktuellen Arbeitsschwerpunkte in Vorlesungen, Seminaren und öffentlichen Vorträgen vorzustellen. Von den 27 bisherigen Preisträgern haben inzwischen 10 den Nobelpreis in Chemie oder Medizin erhalten.